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Narbenschmerzen, wie sie entstehen und was hilft?

Narben sind Gewebe-Verwachsungen, die nach einer Verletzung entstehen. Obwohl Narben eigentlich harmlos sind, können sie in besonderen Fällen Probleme und Schmerzen bereiten. Wir schauen uns an, was bei Narbenschmerzen hilft und wie diese im Vorfeld vermieden werden können.

So entstehen Narben

Wenn ein Gewebe, wie beispielsweise die Haut, verletzt wird, aktiviert der Körper den Prozess zur Wundheilung. In der ersten Phase der Wundheilung bilden sich Blutgerinnsel, um die Blutung zu stoppen, und Entzündungsreaktionen setzen ein, um Bakterien und Fremdstoffe zu bekämpfen. In der zweiten Phase beginnt der Körper mit der Bildung von neuem Gewebe, um das verletzte Gewebe zu ersetzen.

In manchen Fällen wird das neue Gewebe nicht vollständig wie das ursprüngliche Gewebe ausgebildet, was zur Bildung von Narbengewebe führen kann. Narbengewebe besteht aus Kollagenfasern, die anders angeordnet sind als im normalen Gewebe und in der Regel weniger elastisch sind. Die Art und Ausprägung der Narbe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Tiefe und Größe der Wunde, der Art der Verletzung, der Heilungsgeschwindigkeit und dem Alter des Patienten.

Narben können gut sichtbar auf der Haut entstehen. Ebenso gut können aber auch tieferliegendes Gewebe oder Organ-Strukturen von Verletzungen und Zerrungen betroffen sein und dann vernarben.

Wie entstehen Narbenschmerzen?

Narbenschmerzen sind Schmerzen, die an der Stelle einer Narbe auftreten. Diese Schmerzen können ein brennendes, juckendes oder stechendes Gefühl verursachen oder zeigen sich als erhöhte Empfindlichkeit, Taubheit oder Kribbeln.

Die genaue Ursache für Narbenschmerzen ist nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass diese Faktoren an der Entstehung beteiligt sind:

• Veränderungen in der Nervenstruktur oder in den umliegenden Bereichen.
• Durch Narbengewebe begünstigte Durchblutungsstörungen.
• Entzündung in der Narbe oder in umliegenden Gewebeteilen.
• Muskelverspannungen oder Muskelverkürzungen in der Nähe der Narbe.
• Psychologische Faktoren wie Stress oder Angst, die zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit führen.

Was hilft bei Narbenschmerzen?

Die Behandlung von Narbenschmerzen besteht aus einer Kombination aus:

• Medikamenten
• Physiotherapie
• Massagen
• weiteren manuellen Therapien
• psychotherapeutischen Ansätzen.

Wichtig ist, zu wissen, dass nicht alle Narben Schmerzen verursachen, und dass nicht alle Schmerzen rund um Narben tatsächlich auf eine tatsächliche Schädigung des Gewebes zurückzuführen sind.

Wer an Narbenschmerzen leidet, sollte immer einen Arzt oder einen Facharzt aufsuchen, um eine sichere Diagnose und die passende Therapie zu erhalten.

Narbenbildung vermeiden

Vorbeugung ist bei Narben die beste Therapie! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Narbenbildung vorzubeugen oder das Risiko von Narbenbildung zu reduzieren. Hier sind einige Tipps:

• Fachgerechte und umgehende Wundversorgung.
• Geduld und Pflege bei der Wundheilung.
• Die Wunde mit Wundheilungssalben oder feuchtigkeitsspendenden Cremes feucht halten, um ein schnelles Austrocknen und Zusammenziehen der Wunde zu vermeiden.
• Kratzen und Reiben vermeiden.
• Den Wundschorf nicht vorzeitig oder immer wieder ablösen.
• Sonnenlicht im Wundheilungsprozess vermeiden und auch eventuell entstandene Narben vor Sonnenlicht schützen.
• Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann helfen, die Wundheilung zu fördern und das Risiko von Narbenbildung zu reduzieren.
• Der Verzicht auf Rauchen, zu viel Alkohol, Kaffee und Zucker fördert die Wundheilung und beugt der Narbenbildung vor.

Im Falle von schweren oder inneren Verletzung oder nach einer Operation müssen die Anweisungen von Ärzten, Chirurgen, Pflegepersonal und Apothekern unbedingt befolgt werden.

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Narben entstören: Was hat es damit auf sich?

In der alternativen Heilkunde wird davon ausgegangen, dass Narben durch ihre spezielle Gewebestruktur und die Umstände ihrer Entstehung Probleme bereiten können:

• Die veränderte Keratin-Struktur kann den Energiefluss im Körper hindern oder einzelne Energiepunkte blockieren.

• Die Narbe „speichert“ Erinnerungen und Energien rund um die Umstände der Verletzung.

Narbenbehandlungen oder Narbenentstörungen werden nach verschiedenen Ansätzen von Heilpraktikern, Homöopathen, Akupunkteuren, Energieheilern und weiteren Therapeuten angeboten.

Die Wirksamkeit von alternativen Ansätzen zur Narbenentstörung ist nicht wissenschaftlich belegt. Alternative Ansätze sollten nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung dienen – insbesondere, wenn die Beschwerden sehr einschränkend sind. Vor der Anwendung solcher Methoden sollte man sich immer von einem qualifizierten Arzt beraten lassen.

Psychotherapeutische Hilfe bei Narbenschmerzen

Tauchen rund um Narben sogenannte „Phantomschmerzen“ auf, also Schmerzen, für die es keinen erkennbaren medizinischen Grund gibt, können Traumata an dem Schmerzgeschehen beteiligt sein.

Haben Fachärzte keine Hinweise auf physische Verletzungen oder Störungen gefunden, können Psychologen, Hypnosetherapeuten, Gesprächstherapeuten oder psychologische Berater eine weitere Anlaufstelle bei Narbenschmerzen sein.

Homöopathische Mittel bei Narbenproblemen und Narbenschmerzen


Es gibt einige homöopathische Mittel, die bei der Behandlung von Narben und der Narbenbildung helfen können. Zum Beispiel wird Arnica montana empfohlen, um Schwellungen und Blutergüsse zu reduzieren, die oft mit Narbenbildung einhergehen. Calendula officinalis kann auch helfen, die Wundheilung zu fördern und das Auftreten von Narben zu minimieren. Silicea wird zur Verbesserung der Flexibilität und Elastizität von Narbengewebe empfohlen.

Auch hier ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit homöopathischer Mittel bei der Behandlung von Narben nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind und die Wirksamkeit variiert von Person zu Person. Homöopathische Mittel zur Behandlung von Narben sollten zudem nicht in Eigenregie eingenommen werden. Es ist sinnvoller, einen qualifizierten Homöopathen oder Facharzt für Homöopathie zu konsultieren.

Massagen oder Selbstmassage

Da Narbenschmerzen oft mit Verhärtungen oder Erstarrungen von einst flexiblem Gewebe einhergehen, sind Massagen während des Wundheilungsprozesses und im Anschluss eine gute Hilfe.

Doch Vorsicht, während der Wundheilung (insbesondere bei größeren oder inneren Verletzungen) dürfen solche Maßnahmen nur in Absprache mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten angewendet werden. Falsch eingesetzte Massagen oder zu viel Druck können dem Heilungsprozess auch entgegenwirken.

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Wer eine kleine Wunde, einen Schnitt oder eine sonstige Verletzung des Gewebes hat, kann durch leichte sanfte Massagen den Blutfluss, die Wundheilungsprozesse und die Neubildung gesunden Gewebes anregen.

Dazu kann es schon reichen, einen Wund-Bereich mit federleichten Berührungen zu stimulieren.

Sind die Narben bereits da und schmerzen sie können langsame und doch stetige Behandlungen durch sanfte Massagen und Berührungen der betroffenen Stellen Erleichterung bringen. Anleitungen für Selbstmassagen gibt es auch kostenlos und von Fachkräften im Internet.

Was hilft bei Narbenschmerzen? – Fazit

Narbenschmerzen müssen zunächst von einem Arzt abgeklärt werden. Die medizinische Fachkraft entscheidet über die Therapie: Medikamente, Massagen, alternative Ansätze, Physiotherapie oder Psychotherapie sind geeignete Maßnahmen.

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