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Antibiotika und Sport: Wann dürfen Sie wieder trainieren?

Egal ob Profi- oder Hobbysportler: Eine Krankheit zwingt uns zu einer Sportpause. Selbst wenn man „nur“ mit einer Erkältung zu kämpfen hat, merkt man sehr schnell, dass Sport oft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Oft ist sportliche Betätigung aber auch das Allerletzte, zu dem man Lust hat, wenn man krank ist.
Je nach Krankheit sollte man es nach Genesung auch zunächst langsam angehen lassen, dass der Körper sich wieder an die sportliche Betätigung gewöhnen kann.

Welche Auswirkung hat Sport auf einen kranken Körper?

Körperliche Anstrengung kann eine Krankheit unnötig verlängern. Der Körper braucht mehr Zeit für die Genesung. Jeder Sport ist für den Körper eine zusätzliche Belastung. Er braucht aber Ruhe und Erholung, um einen Infekt durch die körpereigene Immunabwehr bekämpfen zu können.
Zudem kann Sport dazu führen, dass das Antibiotikum vom Körper abgebaut und ausgeschieden wird. Damit bekommt der Körper nicht die benötige Menge des Wirkstoffes, um den Infekt zu bekämpfen. Der Infekt verlängert sich, kann sich auf andere Organe ausbreiten.

Antibiotika und Sport

Verschreibt der Arzt Antibiotika, sollte man nicht nur so lange auf Sport verzichten, solange man die Medikamente einnimmt. Auch wenn man sich schon wieder fit fühlt, raten Fachärzte dazu, auch noch einige Tage nachdem man die Medikamente abgesetzt hat, noch keinen Sport zu treiben.

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Neben dem Abtöten der schädlichen Bakterien bekämpfen Antibiotika aber leider auch die symbiotischen Bakterien, die jeder Mensch in seiner Darmflora hat und die wichtig für das Immunsystem sind. So wird das Immunsystem noch zusätzlich geschwächt. Treibt man jetzt noch Sport, dann ist die Gefahr hoch, dass der Infekt nicht ausreichend bekämpft oder sogar verschleppt wird.
Wirkstoffkombinationen in Antibiotika können die Symptome einer Krankheit verschleiern. Obwohl man also noch krank ist, fühlt man sich schon wieder relativ fit.
Treibt man jetzt noch Sport, kann es passieren, dass die Bakterien nicht abgetötet werden, sondern sich noch weiter im Körper ausbreiten.

Die Sportpause sollte drei bis sieben Tage nach dem Absetzen der Antibiotika noch beibehalten werden. Danach ist es sinnvoll, erst langsam wieder mit dem Training zu beginnen und nicht gleich wieder voll einzusteigen.

Zunächst ist es wichtig, dass Antibiotikum so lange einzunehmen, wie es der Arzt verordnet hat. Früher mit der Einnahme aufzuhören, etwa weil man sich schon wieder besser oder fit fühlt, ist ein großer Fehler. Bakterien (für deren Bekämpfung der Arzt das Antibiotikum verschrieben hat) können so resistent gegen das Antibiotikum werden. Das bedeutet, sie „gewöhnen“ sich an den Wirkstoff. Bei einer erneuten Infektion führt das dazu, dass der Wirkstoff nicht mehr richtig gegen die Bakterien wirkt. Jedes von einem Arzt verschriebene Antibiotikum muss also zwingend genau so lange eingenommen werden, wie es der Arzt verordnet hat. Das können je nach Medikament nur drei Tage sein. Es kann aber auch ein Antibiotikum sein, dass man für 10 Tage einnehmen muss. Entsprechend lange ist dann natürlich die Sportpause.

Myokarditis

Treibt man Sport, obwohl man noch Antibiotika einnimmt oder beginnt man nach Abschluss der Antibiotikatherapie zu früh wieder mit dem Sport, kann es im schlimmsten Fall zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen.
Bei einer Myokarditis setzen sich die Bakterien in den Herzklappen fest. Der Herzmuskel entzündet sich.
Zu früher Sport bei Infektion (auch ohne Antibiotikaeinnahme!) ist ein großer Risikofaktor für die Entstehung einer Myokarditis.


Oft wird diese gefährliche Erkrankung zu spät erkannt, da der Patient oft erst untypische Symptome zeigt. Häufig ist eine Herzmuskelentzündung nach Infekten der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes. Das Tückische ist, dass die Symptome zunächst denen der ursprünglichen Infektion ähneln. Wer unter Müdigkeit oder Abgeschlagenheit leidet, denkt nicht an eine Entzündung des Herzmuskels. Eher glaubt man, dass die Erkältung, der grippale Infekt oder ähnliches noch nicht richtig abgeklungen sind. Brustschmerzen, Atemnot oder Herzstolpern, also typische Anzeichen für eine Herzerkrankung, bleiben zunächst oft aus.

herzmuskelentzuendung

Wird die Myokarditis nicht erkannt, kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen. Bleibende Herzschäden oder auch ein plötzlicher Herztod sind dann nicht selten.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass eine solche Herzmuskelentzündung aufgrund von zu frühem Sport bei Antibiotikagabe auch noch Jahre (!) später auftreten kann.
Ein verschleppter Infekt ist ein großer Risikofaktor für das Herz. Bei einem Drittel aller Infekte reagiert auch das Herz mit.
Ganz typisch sind die Beispiele von Leistungssportlern, die plötzlich in jungen Jahren sterben. Oft steckt ein plötzlicher Herztod hinter diesen Tragödien. Und nicht selten ist der Grund hierfür ein verschleppter Infekt, ein zu frühes Wiederaufnehmen der sportlichen Betätigung.

Was ist erlaubt?

Bei der Einnahme von Antibiotika sind in Absprache mit dem behandelnden Arzt aber langsame Spaziergänge erlaubt. Hier kann man sein eigenes Tempo wählen, man sollte nicht ins Schwitzen. Diese moderaten Bewegungen sind geeignet, um nach Krankheit den Kreislauf und den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen.

Fazit

Ein Infekt und Sport schließen sich aus. Schon ein einfacher Infekt sollte komplett abgeklungen sein, bevor man wieder langsam mit dem Sport beginnt. Muss man zudem Antibiotika einnehmen, empfehlen Ärzte dringend, auch nach Beendigung der Medikamenteneinnahme noch mit dem Sport zu warten, bis sich der Körper tatsächlich wieder vollständig erholt hat.

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