trauerfall

Wenn ein Trauerfall eingetreten ist, ist dieses Erlebnis zunächst ein Schock. Die Emotionen spielen verrückt. Die meisten Menschen fühlen sich hilflos und ohnmächtig angesichts des plötzlich eingetretenen Verlustes. Es tut daher in den ersten Momenten gut, einen vertrauten Menschen an seiner Seite zu wissen. Sobald die Betroffenen sich gefasst haben, sollten sie die nächsten Anverwandten anrufen.

Auf der anderen Seite sind jetzt bestimmte Dinge in einer vorgegebenen Reihenfolge zu erledigen. Für diese Dinge muss der Betroffene einen freien Kopf haben. Oftmals fehlt es aber an der Konzentration für die Tätigkeiten, die anfallen. Nach einem Todesfall möchte man eigentlich zuerst den Schock verarbeiten und trauern dürfen. Doch viele Menschen empfinden gerade die vielen Dinge, die nach Todesfällen zu erledigen sind, als hilfreiche Struktur.

Ein Trauerfall – was sollte man als erstes tun?

Die meisten Menschen, die direkt von einem Trauerfall betroffen sind, rufen zunächst den Notarzt. Auch der eigene Hausarzt wäre eine gute Wahl – aber dieser Mediziner hat bestimmte Sprechzeiten. Er kann folglich nicht immer kommen. Der Notarzt kann die Feststellung des Todes treffen. Es ist jedoch vorgeschrieben, dass diese nach einigen Stunden nochmals vom Hausarzt bestätigt werden muss. Der Notarzt wird die Betroffenen nach der Untersuchung des Verstorbenen fragen, ob Angehörige ihnen zur Seite stehen können.

Niemand sollte in einer solch schwierigen Zeit alleine mit dem Verstorbenen bleiben. Früher wuschen die nächsten Anverwandten den Verstorbenen. Sie kleideten ihn selbst ein. Sie konnten sich bei dieser Arbeit gegenseitig Trost spenden. Solche Liebesdienste sind heutzutage eher ungewöhnlich. Oftmals stehen die Betroffenen alleine da. Kinder und Enkel leben anderswo. Sie können nicht sofort anreisen. Daher werden manchmal Nachbarn zu Ersthelfern. Eine Möglichkeit ist auch, einen Seelsorger um Beistand zu bitten. Der Notarzt kann außerdem ein Kriseninterventionsteam anfordern. Er wird gegebenenfalls solange vor Ort bleiben, die dieses eintrifft.

In solchen Teams sind geschulte Menschen versammelt, die mit solchen Situationen umgehen können. Ein Todesfall stellt eine der schwersten Krisen im Leben jedes Betroffenen dar. Daher ist die Anwesenheit anderer Personen sehr hilfreich, um sich zu fassen. Nach einer gewissen Zeit können dann die Dinge angesprochen werden, die nun zu erledigen sind.

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Das Bestattungsunternehmen – ein wichtiger Helfer

Viele von einem Todesfall betroffene Menschen rufen unmittelbar nach einem Todesfall ein Bestattungsunternehmen an. Das ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Ein Bestatter darf nämlich erst die Überführung vornehmen, wenn die zweite Totenschau stattgefunden hat. Diese darf normalerweise erst nach Ablauf von sechs Stunden durchgeführt werden. Wurde der Tod des Verstorbenen quasi stündlich erwartet, kann die Zeitspanne zwischen erster und zweiter Totenschau auch kürzer sein.

Es ist trotzdem in Ordnung, als Erstes einen Bestatter anzurufen. Alle Bestatter haben einen 24-Stunden-Rufdienst. Die Person am Telefon sagt den Betroffenen, was als nächstes zu tun ist. Sie nimmt bereits die wichtigsten Kontaktdaten auf. Damit ist ein Bestattungsauftrag erteilt. Niemand anderes hat nun das Recht, über die Details der Trauerfeier, der Bestattung und so weiter zu entscheiden – und zwar unabhängig von den Wünschen des Verstorbenen oder seiner weiteren Verwandten.

Wer also wegen familiärer Zerwürfnisse sicherstellen möchte, dass er allein das Bestattungsrecht in Händen hält, ist gut beraten, den Bestatter möglichst früh einzubinden. Dieser ist anderen Familienmitgliedern, Bekannten oder Freunden gegenüber dann nicht auskunftspflichtig. Nur derjenige, der das Bestattungsrecht in Anspruch nahm, ist auskunftsberechtigt. Für viele Menschen bedeutet es einen Trost, einen lokalen Bestatter mit im Boot zu wissen. Der zugeteilte Berater des Unternehmens wird in den folgenden Monaten tatsächlich zum wichtigsten Ansprechpartner der Betroffenen.

Die Organisation von Trauerfeier und Bestattung

Alles, was nach der zweiten Totenschau zu tun ist, wird in Abstimmung mit dem Bestatter und seinem Team vorgenommen. Dessen Berater/in kann sofort oder an einem der nachfolgenden Tage ins Haus kommen.

Er oder sie nimmt sich viel Zeit, um Fragen zu klären, Details der Trauerfeier oder Bestattung abzuklären und die notwendigen amtlichen Meldungen zu übernehmen. Die dringlichste Arbeit ist zunächst, den Ablauf der Trauerfeier und die Art der Bestattung abzuklären. Beides sind wichtige Stationen, die dem Loslassen dienen. Sie bilden einen würdigen Abschluss des vollendeten Lebens. Ohne die standesamtliche Abmeldung und den vom Hausarzt ausgestellten Totenschein können viele Versicherungen, Verträge etc. nicht gekündigt werden.

Bis der Totenschein vorliegt, können aber bis zu zwei Wochen vergehen. Erst dann können alle notwendigen Abmeldungen des Verstorbenen erfolgen. Für alle Fragen und Probleme rund um den Todesfall ist das Beraterteam des Bestattungsunternehmens der richtige Ansprechpartner. Der zugeteilte Berater ist und bleibt die feste Bezugsperson für die Betroffenen. Dadurch entsteht mit der Zeit oft ein Vertrauensverhältnis. Die Berater in Bestattungsunternehmen sind erfahrene Personen. Sie kennen sich mit allen menschlichen Problemen aus und finden meist eine Lösung. Daher kann man diese Menschen auch mit allen Fragen konfrontieren, die im Laufe der anstehenden Arbeiten entstehen.

Die Trauernden werden mit dem ganzen „Papierkram“ oder dem Ärger mit manchen Versicherungen nicht alleine gelassen. Die von einem Sterbefall Betroffenen sind etwa ein halbes Jahr mit allen Abmeldungen, Amtshandlungen und anfallenden Aufgaben befasst. In dieser Zeit kommt oft die Trauerarbeit zu kurz. Hilfreich ist aber, dass viele Bestattungsunternehmen mittlerweile Trauergruppen mit geschulten Leiter/innen anbieten. Hier können sich Trauernde in einem geschützten Raum dabei unterstützen lassen, mit ihrem Schmerz umzugehen. Sie finden unter anderen Trauernden oft Menschen, mit denen sie sich austauschen können.

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Der Umgang mit der Trauer

Das Umfeld eines Betroffenen erwartet meist, dass dieser nach einer gewissen Zeit wieder „funktioniert“. Trauerarbeit ist aber eine sehr individuelle Angelegenheit. Sie dauert, solange sie dauert. Viele Betroffene wissen, dass die Trauer um den Verstorbenen nie aufhört. Sie ist mal intensiver, mal aushaltbarer. Die meisten Menschen lernen aber, mit dem Verlust geliebter Menschen zu leben. Hilfreich sind gute Freunde, Nachbarinnen und Enkelkinder, die sich um einen kümmern.

Wer nicht auf enge soziale Kontakte zurückgreifen kann, sollte sich Gesprächspartner und seelische Unterstützung suchen.

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