Ungewollte Schwangerschaft

Ungewollte Schwangerschaft bei Jugendlichen

Dieser Artikel richtet sich hauptsächlich an Frauen und Jugendliche unter 18 Jahren, welche befürchten schwanger zu sein oder bereits wissen, dass sie es sind.

Es gibt viele verschiedene Ausgangs-Situationen, durch die man als junge Frau in solch eine prekäre Lage kommt, und man nun diesen Artikel über ungewollte Schwangerschaft bei Jugendlichen liest. Daher vorab ein Hinweis: hier geht es nicht darum, diese Ausgangs-Situationen zu bewerten und die moralische Keule zu schwingen.

Fakt ist, die Schwangerschaft oder vermutliche Schwangerschaft war so nicht gewollt, ist aber passiert, und sowas passiert eben. Vor allem wenn die Hormone in der Pubertät verrücktspielen und man Dinge macht oder ausprobiert, ohne darüber vorher lange nachzudenken, dies kommt bei Teenagern ja bekanntlich auch bei anderen Situationen häufiger vor.

Der ungeschützte Geschlechtsverkehr, das gerissene Kondom, oder die vergessene Pille bringen einen jetzt in diese verzweifelte Situation, dass man entweder schon ganz genau weiß schwanger zu sein oder, oder man sich die Periode sehnlichst herbei wünscht und schlicht weg befürchtet schwanger zu sein.

Ist noch Zeit für die Pille danach?

die Pille danach

Falls der Geschlechtsakt noch nicht länger als 72 Stunden her ist hat man die Möglichkeit, sich die sogenannte „Pille danach“ von seinem Arzt verordnen zu lassen. Man erhält dann die „Pille danach“ auf Rezept kostenfrei in der Apotheke. Am besten nimmt man dazu am besten direkt mit dem Arzt/ Ärztin oder Frauenarzt/ Frauenärztin Kontakt auf. Doch auch ohne Rezept kann man sich die „Pille danach“ in der Apotheke besorgen, dann allerdings nicht mehr kostenfrei, zwischen 17€ und 35€ kostet dann die „Pille danach“.

Vor allem am Wochenende ist das sinnvoll, und obwohl es die „Pille danach“ seit 2015 Rezeptfrei in Apotheken zu kaufen gibt, ist das noch nicht weitläufig bekannt. Schade eigentlich, denn so kann man sich unter Umständen viel Kummer und Sorgen ersparen. Ist noch etwas Zeit oder hat man die Möglichkeit sich vorher mit dem Frauenarzt oder Frauenärztin zu beraten, ist das allerdings in jedem Fall sinnvoll, denn auch bei der Pille danach gilt: keine Wirkung ohne Nebenwirkung, und vielleicht lässt sich mit Hilfe des Arztes/ der Ärztin der genaue Zyklustag bestimmen und der Arzt/ Ärztin kann Entwarnung geben.

Das große Warten auf die Periode

Sollte der Geschlechtsakt allerdings schon länger her sein und man hat schlicht weg die Befürchtung schwanger zu sein, hilft leider nur Eines: abwarten bis zum errechneten Tag an dem die Periode einsetzen sollte. Die Zeit kann sehr zermürbend sein und durch den inneren Stress am Ende auch noch die Periode verschieben, was ja eher kontraproduktiv ist.

Daher sollte man zumindest versuchen sich zu sagen, dass es nun mal passiert ist und man es jetzt nicht mehr rückgängig machen kann. Man könnte gegebenenfalls auch jetzt schon Maßnahmen ergreifen und Dinge überlegen, damit man nicht mehr in eine solche Situation kommt, sollte die erhoffte Periode dann doch noch endlich einsetzen. Überlegen könnte man sich zum Beispiel wie es dazu kam.

Riss das Kondom? Wurden eventuell Cremes verwendet, welche die Reißfestigkeit des Kondoms beeinflussen, oder hatte man gar keine Verhütung zur Hand und man war schlicht weg „benebelt von der Lust“, dann könnte die Überlegung sinnvoll sein, immer Kondome parat zu haben, auch wenn man gar nichts geplant hat. Oder wäre vielleicht eine dauerhafte Verhütung mit der Pille eine Lösung, damit man in Kombination mit dem Kondom, welches nicht nur vor Schwangerschaften sondern auch vor Geschlechtskrankheiten schützt, zusätzlich geschützt sind.

Verhütung bei Jugendlichen

Jetzt schon einen Termin bei einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin zu vereinbaren, um sich über eine passende Verhütungsmethode zu informieren, kann helfen, damit man in Zukunft nicht mehr über dieses Thema nachdenken muss.

Das Ausbleiben der Periode

Nun lässt die Periode doch auf sich warten und man befürchten tatsächlich schwanger zu sein. Hier kann jetzt ein Schwangerschaftstest Gewissheit bringen. Doch auch hier muss gesagt werden, es lohnt sich bis zwei Tage nach Ausbleiben der Periode zu warten. Denn macht man den Test zu früh, kann es sein, dass er falsch negativ ist. Das bedeutet er zeigt an, nicht schwanger zu sein, obwohl man es ggf. doch sind, nur lässt sich das Schwangerschaftshormon im Urin noch nicht nachweisen.

Das Lesen der Packungsbeilage des Schwangerschaftstests ist daher besonders ratsam. Doch sollte der Test positiv sein, kann man ziemlich sicher sein, dass es auch wirklich so ist, und man schwanger ist.

Schwangerschaftstest

Schwanger

Wenn dies der Fall sein sollte, kommt nun der Rat, dem es wahrschlich wahnsinnig schwer fällt zu befolgen: Ruhe bewahren!

Tausend Gedanken gehen einem vermutlich jetzt durch den Kopf. Was tun? Wie sagt man es den Eltern? Wie geht es nun weiter?

Im Netz findet man eine Menge Seiten und Informationen rund um das Thema Schwangerschaft. Doch oftmals muss man sich wie durch einen Dschungel dort durchkämpfen, um die Informationen zu erhalten, die man auch in der jetzigen Situation wirklich benötigt, und Gratulationen zur Schwangerschaft gehören da wohl eher weniger dazu.

Anders als bei bereits erwachsenen Frauen oder Frauen mit Kinderwunsch ist die Situation als Jugendliche nämlich eine völlig andere. Vermutlich geht man noch zur Schule, oder hat eben erst eine Ausbildung begonnen. Und wenn man noch besonders jung sind, kann nun eine Schwangerschaft eine wahnsinnige psychische Belastung für einen sein.

Ruhe bewahren

Hat man ggf. die Möglichkeit sich an die eigenen Eltern zu wenden? Wenn man ein einigermaßen gutes Verhältnis zu den Eltern hat, sollte man sich ihnen anvertrauen. Zumal es auch sein kann, dass unter 16 Jährige im Laufe der Beratungen, die Eltern informieren müssen. Natürlich wird auch bei den Eltern der Schock und der Schreck sehr groß sein, vermutlich haben die Eltern noch gar nicht damit gerechnet, dass der Teenager schon Sex hat, vielleicht sind die Eltern im ersten Moment auch richtig wütend und machen dem Jugendlichen Vorwürfe.

Das ist eine Reaktion, die man als Jugendliche ganz sicher nicht gebrauchen kann, aber versuchen sollte zu verstehen, dass auch für die Eltern dies ein emotionaler Ausnahmezustand ist und sich die Gedanken erstmal sammeln müssen. Manchmal hilft es, sich erst an eines der beiden Elternteile zu wenden.

Und dann muss man sich eines klar werden: man ist nicht die Erste, der das passiert. Dennoch, die kommende Zeit wird nun leider zermürbend, das liegt allerdings auch an der momentanen Gesetzgebung hier in Deutschland, die zumindest zur Zeit noch besagt, dass Frauenärzte keine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche machen dürfen. Daher ist das Angebot über entsprechende Informationen und Möglichkeiten recht spärlich.

Fakt ist, auch Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht zu einer Abtreibung gezwungen werden, auch nicht von den eigenen Eltern. Dennoch ist es wichtig, dass Teenager und Ihre Eltern versuchen sollten an einem Strang zu ziehen. Wohnt man noch bei den Eltern oder ist man noch besonders jung, hat die Schwangerschaft oder das Großziehen eines Kindes nicht nur für einem selbst Konsequenzen, sondern auch für die Eltern.

Abtreibung

Hilfe in Anspruch nehmen

Man kann erst einmal  einen Termin bei einem Frauenarzt oder Frauenärztin vereinbaren, und der Arzt/ die Ärztin kann dann auch eine Beratungsstelle vermitteln. Denn für einen Schwangerschaftsabbruch ist die Vorlage eines sogenannten Beratungsschein Pflicht. Der Frauenarzt wird in der Regel eine Liste an Beratungsstellen zur Verfügung stellen, bei der man die notwendige „Schwangerschaftskonfliktberatung“ in Anspruch nehmen kann. Hier gibt es kirchliche Beratungsstellen, aber auch freie oder städtische Beratungsstellen. Mit den sprechenden Suchbegriffen im Internet findet man auf Anhieb Beratungsstellen in der näheren Umgebung.

Nichts muss man übers Knie brechen, in der Regel ist eine Abtreibung  in Deutschland bis zu 12 Wochen nach der Befruchtung  möglich. Und um eine weitere Sorge vorab zu nehmen; jeder Arzt/ Ärztin und jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin in den Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht.

Leider gibt es immer wieder Berichte im Internet zu finden, in denen es Frauen bei der Beratung nicht gut erging. Manche berichten von einem hohen psychischen Druck, der ausgeübt wurde, aber man kann davon ausgehen, dass dies eher die Seltenheit ist.

Denn wie bereits geschrieben, es ist ein großer Aspekt, in welchem Alter man sich befindet und unter welchen Umständen man sich nun mit der ungewollten Schwangerschaft auseinander setzen muss. Es hilft immer wenn man jemanden an seiner Seit hat, dem man vertrauen kann. Und wenn es nicht die Eltern sind, denen man sich anvertrauen kann, ist es vielleicht die Tante, die Oma, die Freundin, oder die Eltern der Freundin der man sich anvertrauen kann. Aber auch der Arzt oder die Ärztin wird sich einem vertrauensvoll annehmen, man ist gewiss nicht seine/ihre erste junge Patientin in einer solchen Situation.

Man wird ganz sicher eine Lösung finden, mit der man gut zurecht kommen kann. Und man darf nicht vergessen, dass man in einer solchen Situation nicht allein gelassen wird.

Check Also

Postmenopause

Was ist die Postmenopause? – Informationen zu den Wechseljahren

Kommt eine Frau in die Wechseljahre (lat. Klimakterium), endet ihre Fähigkeit zur Reproduktion. Das bedeutet, …

Homoeopathie--Schwangerschaft

Homöopathie in der Schwangerschaft – was gilt es zu wissen?

Werdende Mütter schätzen meistens die Homöopathie wegen ihrer sanften, nebenwirkungsfreien oder -armen Hilfe. Die Schwangerschaft, …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.