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Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik)

Die Begradigung der Nasenscheidewand korrigiert Behinderungen der Nasenatmung. Der Eingriff wird auch als Septumplastik bezeichnet.

Was ist eine Begradigung der Nasenscheidewand?

In der Medizin wird eine Begradigung der Nasenscheidewand auch als Septumplastik bezeichnet. Beim Septum handelt es sich um die Nasenscheidewand in der Nasenmitte. Sie sorgt für die Abtrennung der beiden Nasenlöcher. In ihrem vorderen Bereich setzt sich sie sich aus Knorpel zusammen. Im hinteren Abschnitt besteht sie aus Knochen. Bei vielen Menschen befindet sich die Nasenscheidewand nicht exakt in der Mitte, was in den meisten Fällen keine Schwierigkeiten macht. Bei rund 33 Prozent der Menschen kommt es jedoch zu stärkeren Abweichungen von der Mittellinie, was wiederum Probleme beim Atmen verursacht. Bei einer schiefen Nasenscheidewand sind die Nasenlöcher unterschiedlich groß, wodurch weniger Luft zum Atmen zur Verfügung steht.

Durch eine Begradigung mittels einer Nasenscheidewand OP ist es jedoch möglich, die freie Atmung der Nase wiederherzustellen. So können durch Verkrümmungen der Nasenscheidewand wiederholt Begleitbeschwerden wie Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Rachenentzündungen auftreten. Ebenso sind Schlafprobleme und Schnarchen möglich.

Aus welchen Gründen findet eine Septumplastik statt?

Eine Nasenscheidewandbegradigung kann aus unterschiedlichen Gründen notwendig sein. Dazu gehören:

  • Verkrümmungen der Nasenscheidewand
  • Belüftungsstörungen der Nasennebenhöhlen und damit verbundene Entzündungen
  • eine dauerhaft behinderte Nasenatmung durch das starke Abweichen der Nasenscheidewand von der Mittellinie
  • Frakturen des Nasenbeins
  • die kosmetische Korrektur einer Schiefnase
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Welche Vorteile bietet eine Begradigung der Nasenscheidewand?

Verkrümmungen der Nasenscheidewand stellen keine Seltenheit dar, sodass sie allein kein Grund für einen chirurgischen Eingriff sind. Wird die Nasenatmung jedoch durch die verkrümmte Nasenscheidewand eingeschränkt, bietet die Septumplastik eine gute Möglichkeit zur Behebung der Beschwerden.

Durch eine Septumplastik werden die Nasenscheidewand begradigt und die Nasenmuscheln verkleinert. Im Anschluss an den Eingriff kann der Patient wieder besser atmen. Je besser die Nasenatmung verläuft, desto mehr lassen sich die Rachen- und Lungenschleimhäute schonen. Oft fällt auch das Schlafen leichter und sogar lästiges Schnarchen lässt sich vermindern, was etwa bei der Hälfte der Patienten der Fall ist. Insgesamt kommt es durch die Septumplastik zu einer verbesserten Lebensqualität.

Ablauf der Septumplastik

Vor der Durchführung erhält der Patient normalerweise eine Vollnarkose, mitunter ist eine lokale Betäubung ebenfalls ausreichend. Darüber hinaus werden dem Patienten Arzneistoffe injiziert, die die Schleimhaut zum Abschwellen bringen. Zum Einsatz gelangen Adrenalin, ein Alpha-Sympathomimetikum, das eine weitere Verengung der Blutgefäße bewirkt und ein Anästhetikum mit örtlich betäubender Wirkung.

Um sich Zugang zur Nasenscheidewand zu verschaffen, verwendet der Chirurg zumeist die Technik nach Cottle. Bei diesem Verfahren wird auf einer Unterkantenseite des Septumknorpels geschnitten. Eine Alternativoption ist ein Schnitt etwa zwei Millimeter unter dem Übergangsbereich der Nasenaußenhaut in Richtung innere Nasenschleimhaut.

Nächster Schritt ist das Anheben der Knorpelhaut der Nasenscheidewand, des Perichondriums. Es erfolgt die Trennung von Septum und Schleimhaut. Durch einige Lücken innerhalb der Nasenscheidewand, die auch Septumtunnel genannt werden, können Deformitäten von Knorpel oder Knochen behoben werden.

Nach der Begradigung des Septums näht der Chirurg es an den kleineren Knochenvorsprung Spina nasalis an. Im Anschluss daran verschließt er den Hautschnitt, indem er ihn vernäht. Um die Blutung zu stillen, kommen Kompressen mit starker Saugwirkung wie Nasentamponaden zum Einsatz. Zusammengesetzt werden die Tamponaden aus mit Fingerlingen gefülltem Schaumstoff.

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Nachbehandlung

In den meisten Fällen erfolgt das Entfernen der Tamponaden bereits einen Tag nach dem operativen Eingriff, was für die meisten Patienten eine große Erleichterung bedeutet, weil ihre Nase nicht mehr vollständig blockiert wird. In manchen Fällen sind auch Nachblutungen möglich, die jedoch nur selten auftreten. Bei Eingriffen an den Nasennebenhöhlen besteht das Risiko von stärkeren Blutungen. Nach dem Entfernen der Tamponaden müssen daher größere körperliche Anstrengungen unbedingt vermieden werden.

Bei dem Eingriff an der Nasenscheidewand bringt der Operateur außerdem Kunststoffstützplatten an beiden Nasenscheidewandseiten an, die zur Stabilisierung verwendet werden. Je nachdem, welchen Verlauf die Septumplastik nimmt, findet ihre Entfernung ein bis zwei Wochen später statt. Der Heilungsverlauf erfordert vom Patienten einige Geduld. Durch regelmäßige Spülungen mit Salzwasser lässt sich der Prozess beschleunigen. In der Regel nimmt der Heilungsprozess 4 bis 6 Wochen in Anspruch.

Was gibt es nach der Operation zu beachten?

Schmerzen sind durch eine Septumplastik in der Regel nicht zu befürchten. Allerdings hat die Septumplastik durchaus unangenehme Begleiterscheinungen. So kann in den ersten Tagen nach der Operation ausschließlich durch den Mund geatmet werden, was wiederum Probleme beim Schlafen hervorruft. Im Normalfall dauert es 7 bis 10 Tage, bis der Patient wieder Luft durch die Nase bekommt. Je schlechter die Atmung durch die Nase vor der Septumplastik ausfällt, desto rascher tritt eine Besserung ein. Die ersten acht Tage nach dem Begradigen der Nasenscheidewand gelten allerdings als unangenehm.

Aus dem Krankenhaus wird der Patient normalerweise am zweiten Tag nach der Operation entlassen. Die meisten Patienten werden für ca. zwei Wochen krankgeschrieben. Wichtig ist vor allem, die Nase einige Wochen lang zu schonen. Für 3 bis 4 Tage kann ein abschwellendes Nasenspray zur Anwendung kommen.

Auf sportliche Aktivitäten ist für rund drei Wochen nach der Septumplastik zu verzichten. Außerdem darf der Patient seine Nase sechs Wochen lang nicht schnäuzen und kann ebenso lange nicht schwimmen gehen.

Risiken bei einer Nasenscheidewand-OP

Bei manchen Patienten tritt auch nach der Septumplastik keine Besserung der Beschwerden auf. Des Weiteren sind unterschiedliche Komplikationen denkbar wie:

  • Infektionen
  • Blutungen
  • die Bildung eines Abszesses
  • ein Septumhämatom
  • ein Untergang der Schleimhaut aufgrund zu fest angelegter Tamponaden
  • eine Perforation der Nasenscheidewand
  • Beeinträchtigungen der Sensibilität am Gaumen
  • eine erneute Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • unerwünschte Nasenformveränderungen
  • die Ausprägung einer Sattelnase durch ein zu ausgedehnten Eingriff

Kommt die Krankenkasse für die Kosten der Septumplastik auf?

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen tragen die Kosten für eine Nasenscheidewandoperation, wenn diese medizinisch notwendig ist. Die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs bestätigt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Er kann auch den Patienten ins Krankenhaus überweisen.

Handelt es sich dagegen um Schönheitskorrekturen wie das Verkleinern der Nase oder das Abschleifen von Nasenhöckern, übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur im Ausnahmefall. Dabei kann es sich zum Beispiel um starke psychische Belastungen handeln.

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