Morbus-Crohn-erkrankung

Morbus Crohn: Ursachen, Symptome, Therapie, Ernährung

Was ist Morbus Crohn?

Hinter diesem Namen verbirgt sich eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit, die mit Bauchkrämpfen, Erbrechen und zum Teil auch schweren Durchfällen einhergeht.

Bei Morbus Crohn ist die Barrierefunktion der Schleimhaut beschädigt. Dadurch dringen Krankheitserreger leichter ein, aber Nährstoffe wiederum gelangen nicht vollständig ins Blut. Außerdem können Fremdstoffe aus dem eigentlichen Darminhalt in die Wand gelangen und dadurch eine Abwehrreaktion des Körpers provozieren.

Ein polnischer Arzt hat die seltene Autoimmunreaktion des Körpers im Jahre 1904 erstmals erwähnt. Benannt wurde die Krankheit dann allerdings nach dem Magen- und Darmspezialisten Burrill Bernard Crohn.

Die Entzündungsreaktion verläuft in Schüben, wobei häufig der untere Dünndarm und der Übergang zum Dickdarm betroffen sind.

Was sind die Ursachen für Morbus Crohn?

Die Ursachen für die dauerhafte Entzündung sind noch nicht im Detail bekannt. Allerdings gehen Wissenschaftler davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, bei das eigene Immunsystem vom Körper selbst angegriffen wird.

Vor einiger Zeit hat man herausgefunden, dass Morbus-Crohn-Patienten ein fehlerhaftes Gen namens „NOD2/CARD 15“ besitzen. Das hilft einem gesunden Menschen normalerweise dabei, die Immunzellen der Darmschleimhaut zu schützen.

Die Krankheit sorgt allerdings dafür, dass Erreger nicht mehr komplett beseitigt werden können. Das führt zu einer Überreaktion des Immunsystems und somit im schlimmsten Fall zu einer chronischen Entzündung.

Morbus Crohn

Mittlerweile geht man davon aus, dass die Krankheit erblich bedingt ist und durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt wird. Eine psychische Belastung kann Morbus Crohn zwar nicht auslösen, den Verlauf der Schübe aber durchaus negativ beeinflussen.

Wie wird Morbus Crohn festgestellt?

Der Leidensweg einiger Patienten ist beachtlich, denn die Krankheit lässt sich oft erst nach verschiedenen Untersuchungen zweifelsfrei feststellen.

Im ersten Ansatz wird der Arzt die Bauchdecke gründlich untersuchen. Wenn Druckschmerzen oder entzündliche Widerstände auftreten, wird er in der Regel eine Stuhlprobe anfordern. Diese wird im Labor auf verschiedene Entzündungsmarker hin untersucht. Zusammen mit dem Blutbild kann der Facharzt dann feststellen, ob bereits ein Nährstoffmangel vorliegt. Denn auch das kann bereits ein erster Hinweis auf die Krankheit sein.

Je nach Symptomatik wird ein erfahrener Gastroenterologe mit Hilfe einer Darmspiegelung zusätzlich zur Stuhl- und Blutprobe außerdem noch eine Gewebeprobe entnehmen. Auch sie wird dann auf bestimmte Entzündungswerte hin untersucht.

Mit Hilfe eines Ultraschalls lässt sich erkennen, ob die Darmwände bereits verdickt sind. Ferner kann sogar ein MRT notwendig sein, um Morbus Crohn diagnostizieren zu können.

Die Krankheit hat leider viele Gesichter. Es sind längst nicht nur Symptome wie Durchfall, Bauchkrämpfe oder Erbrechen, durch die sich Morbus Crohn bemerkbar macht. Was viele Betroffene im Vorfeld nicht ahnen: Sogar anhaltende Müdigkeit oder eine Augenentzündung kann mit der Autoimmunkrankheit in Verbindung gebracht werden. Sogar kleine Geschwüre im Mund oder Schmerzen im Knie können einen ersten Hinweis auf Morbus Crohn geben.

Es braucht also einen guten Facharzt, um die Krankheit zweifelsfrei diagnostizieren zu können. Außerdem zeigen sich bei fast jeder Autoimmunerkrankung weitere Begleiterscheinungen, die behandelt werden sollten.

Morbus-Crohn-darm

Wie sieht die Therapie von Morbus Crohn aus?

Die eine Therapie für Morbus Crohn gibt es nicht. Vielmehr hängt sie sehr stark vom jeweiligen Krankheitsverlauf ab.

Bei einer leichten Symptomatik reicht es oft schon aus, Mittel gegen Durchfälle oder Krämpfe zu verschreiben. Ganz anders sieht es aus, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Dann ist die Gabe von Kortison oder Medikamenten wie Mesazalin angezeigt, um den Schub abzumildern oder sogar ganz zu unterdrücken.

Aber auch operative Eingriffe können notwendig sein. Häufig werden im Laufe der Erkrankung Stenosen geweitet oder Fisteln verschlossen. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass die Entzündung derart stark verläuft, dass Teile vom Darm entfernt werden müssen. Nicht selten ist ein künstlicher Ausgang die Folge davon.

Die Erkrankung Morbus Crohn ist für die Betroffenen nicht nur ein körperlicher Drahtseilakt. Häufig spielt auch die psychosoziale Komponente eine sehr große Rolle. Sie kann sich außerdem sehr negativ auf den Verlauf der Schübe auswirken. Daher ist eine Psychotherapie als begleitende Maßnahme durchaus empfehlenswert.

Die Krankheit Morbus Crohn ist nicht heilbar. Bei einer guten Therapie haben die Patienten jedoch eine ganz normal lange Lebenserwartung.

Welche Ernährung hilft bei Morbus Crohn?

Die Krankheit lässt sich maßgeblich durch die richtige Ernährung beeinflussen. Dabei ist es sehr wichtig, die Darmflora zu stärken. Es empfiehlt sich, in der Remissionsphase (beschwerdefreie Zeit) auf eine antientzündliche Ernährung zu setzen. Vielen Patienten hilft auch eine basische Kost aus Ballaststoffen (in Maßen) und probiotischen Bestandteilen. Beta-Glukane in Haferflocken oder Leinöl helfen dem Körper dabei, die Entzündungsherde zu bekämpfen. Auch Probiotika (erhältlich in der Apotheke) sind gut für den Darm. Sie stärken die Barrierefunktion der Schleimhaut und helfen bei der Bekämpfung von Krankheitserregern.

In der Akutphase (während eines Schubs) sind Ballaststoffe wie Vollkornprodukte tabu. Sie strengen den Darm nur zusätzlich an. Manchmal zeigen sich während eines Schubs auch Unverträglichkeiten, die vorher nicht da waren. In dieser Akutphase helfen dann leichte Gemüsesuppen oder Kräutertees dabei, den Magen und Darm wieder zu beruhigen.

Generell sollten Patienten mit Morbus Crohn jegliche Art von Fertigprodukten vermeiden. Sie enthalten in der Regel Emulgatoren und Geschmacksverstärker, die entzündliche Reaktionen im Körper begünstigen.

Außerdem verändert sich mit der Zeit die Zusammensetzung der Schleimhaut, sodass Nährstoffe weniger gut ins Blut gelangen. Daher ist die richtige Zusammensetzung der Nahrung so wichtig für Patienten mit Morbus Crohn.

darmerkrankung

Die Patienten mit dieser Krankheit können fettlösliche Vitamine, Eisen, Elektrolyte oder Kalzium häufig nicht vollständig verwerten. Früher oder später zeigt sich das an einem Mangel an Nährstoffen. In einer akuten Phase empfiehlt sich daher die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungmitteln.

Fazit: Inwiefern beeinträchtigt Morbus Crohn das Leben?

Eine chronische Darmentzündung ist ohne jeden Zweifel sehr belastend für die Betroffenen. Dabei spielt längst nicht nur die körperliche Komponente eine große Rolle, sondern auch der psychische Aspekt. Denn häufig muss sich der Patient ungewollt in der Öffentlichkeit rechtfertigen.

Die Krankheit selbst ist nicht heilbar, aber immerhin gut zu therapieren. Dabei spielt auch die Ernährung eine erhebliche Rolle. Es gibt bestimmte Lebensmittel, die bei einer chronischen Darmentzündung tabu sein sollten. Genauso sind aber auch viele Bestandteile der Nahrung sehr förderlich für die Stärkung des Immunsystems. Ein Stichwort sind Probiotika, die maßgeblich dazu beitragen, die Barrierefunktion des Darms zu stärken.

Leider lassen sich die Schübe der Krankheit trotz guter Ernährung nicht gänzlich vermeiden. Sie fallen jedoch unterschiedlich stark aus. Ein milder Verlauf lässt sich häufig schon mit leichten Medikamenten beheben. Wenn allerdings starke Schmerzen auftreten oder sogar ein Darmverschluss droht, ist der Gang ins Krankenhaus unerlässlich.

Viele Patienten haben das Glück, von Operationen verschont zu bleiben. Aber das trifft leider nicht auf jeden Betroffenen mit Morbus Crohn zu. In seltenen Fällen ist es im Laufe der Erkrankung notwendig, Teile des Darms zu entfernen und einen künstlichen Ausgang zu legen. Das ist allerdings nicht die Regel.

Wie bei allen anderen Krankheiten auch, ist ein guter Facharzt das A und O. Er stellt nicht nur die Diagnose, sondern kümmert sich auch um die richtige Therapie. Damit gewährleistet er ein möglichst beschwerdefreies Leben mit Morbus Crohn.

Als Patient selbst kann man den Verlauf der Krankheit durch den Lebensstil maßgeblich mit beeinflussen. Das ist sowohl positiv als auch negativ möglich.

Eine gesunde Ernährung spielt eine ebenso große Rolle wie die psychische Gesundheit. Denn man geht heute längst davon aus, dass der Darm nicht nur der Sitz des Immunsystems ist, sondern auch sehr stark auf unsere Gefühle reagiert. Daher ist eine begleitende Psychotherapie sehr zu empfehlen, wenn man unter dieser sehr speziellen Krankheit leidet.

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