Flohsamenschalen

Flohsamenschalen: Wirkung und Anwendung

Flohsamen (Plantago ovata) sind ein Wegerichgewächs, das hauptsächlich in Südasien angebaut wird. Der Name des Flohsamens leitet sich von der Form der Körner ab, hat aber sonst mit den Parasiten nichts zu tun. Sie zeichnen sich vor allem durch einen hohen Gehalt an löslichen Ballaststoffen aus.
Flohsamenschalen sind ein Heilmittel mit langer Tradition.

Sie werden bei Durchfall und Verstopfung eingesetzt und können den Verlauf entzündlicher Darmerkrankungen positiv beeinflussen. Flohsamenschalen können viel Wasser binden und quellen stark auf. Dadurch helfen sie, den Stuhlgang zu regulieren. Außerdem bilden die gequollenen Schalen einen Schleim, der sich schützend auf die Darmwand legt.

Ganzes Korn oder Schale?

Zwischen den gesamten Samen und deren Schalen zu unterscheiden ist wichtig, da sie einen unterschiedlichen Quellindex haben. Diese Maßeinheit gibt an, wie viele Milliliter Flüssigkeit ein Gramm eines Produktes innerhalb von vier Stunden binden kann. Bei den protein- und fettreichen Samen liegt der Quellindex bei circa neun, bei den Schalen steigt der Wert auf etwa 40.

Gut für die Verdauung

Durch ihre äußere Schicht aus langkettigen Kohlenhydraten binden sie viel Wasser und vervielfachen ihr Volumen. Es bildet sich Schleim, der die Passage der Nahrung durch den Darm, etwa bei Verstopfung, erleichtert. Die Ballaststoffe der Flohsamen erhöhen das Volumen des Stuhls. Der Darm erhält ein Signal, sich zu entleeren, die Darmperistaltik wird aktiviert und die Verdauung kommt wieder in Schwung. Zudem binden die Flohsamenschalen Schadstoffe, die so beim Stuhlgang aus dem Körper ausgeleitet werden. Bei Obstipation wird ein gestrichener Teelöffel Flohsamenschalen zwei- bis dreimal täglich empfohlen.
Auch bei „gegenteiligen Problemen“ können die Samenschalen helfen.

Bei Durchfall sorgen sie dafür, dass sich der Stuhl festigt. Dadurch bleibt der Nahrungsbrei länger im Körper, über den Darm können Nährstoffe daraus aufgenommen werden und man muss weniger häufig die Toilette aufsuchen. Bis zu sechs Teelöffel Flohsamenschalen über den Tag verteilt können bei Bedarf bei akuter Diarrhö eingenommen werden. Allerdings sollte dies nur über einen begrenzten Zeitraum erfolgen, um zu verhindern, dass die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen langfristig beeinträchtigt wird. Für eine Darmreinigungskur ohne akute Beschwerden reichen ein halber bis ein Teelöffel des Flohsamenpulvers ein bis zwei Mal täglich aus. Flohsamenschalen in Kapseln gibt es ebenfalls im Handel.

Flohsamenschalen

Bei Reizdarm & Co

Studien belegen mittlerweile auch die positive Wirkung von Flohsamenschalen beim Reizdarmsyndrom. Bei anderen Erkrankungen, beispielsweise den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, kann die Einnahme von Flohsamenschalen ebenfalls sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch, dies mit dem Arzt abzusprechen, besonders, wenn andere Medikamente verordnet sind. Wie nämlich Schadstoffe können die Flohsamenschalen auch Wirkstoffe von Arzneimitteln binden und deren Effekt einschränken.

Flohsamenschalen und das Metabolische Syndrom

Das Einsatzgebiet der Flohsamenschalen geht jedoch über die Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden hinaus. So zeigen die Samenschalen positive Effekte beim Metabolischen Syndrom. Es ist dies die Bezeichnung für eine Kombination aus mehreren Symptomen, die aus einem ungesunden Lebensstil resultieren. Es sind dies

  • Bluthochdruck
  • Ungünstige Blutfettwerte (erhöhte Triglyzeridwerte, zu niedrige HDL-Cholesterinwerte)
  • Adipositas, vor allem Bauchfett (viszerales Fett)
  • Erhöhter Nüchternblutzucker, eventuell bereits ein Diabetes Typ 2
  • Erhöhte Blutfettwerte (Trygliceride)

Dies ist eine gefährliche Mischung, die das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, stark erhöhen. Flohsamenschalen können dazu beitragen, diesen „Wohlstandssymptomen“ und den damit verbunden Gefahren entgegenzuwirken.
Flohsamenschalen helfen, …
… den Anstieg des Blutzuckers hinauszuzögern.
… den Cholesterinspiegel zu regulieren.
… den Blutdruck positiv zu beeinflussen.
… Übergewicht zu reduzieren.
Aber auch bei Vorliegen dieser Beschwerdebilder sollte ein Arzt konsultiert werden, um Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden.

Flohsamenschalen brauchen viel Flüssigkeit

Flohsamenschalen sind eher neutral im Geschmack. Sie können auf vielerlei Weise zubereitet werden, etwa in Müslis, Joghurts oder Smoothies. Wichtig ist jedoch, über den Tag verteilt ausreichend – also mindestens 1,5 Liter, besser noch 2 – zu trinken. Wird dies nicht beachtet, kann das zu Problemen wie Verstopfung oder gar Darmverschluss führen. Nicht ratsam ist es, Flohsamenpulver trocken zu essen, da es in der Speiseröhre verklumpen könnte. Wer die Samenschalen in Wasser einrühren möchte, sollte dieses Gemisch umgehend, möglichst in einem Zug zu trinken, da es rasch geliert. Zudem ist zwischen der Einnahme von Medikamenten und der Einnahme der Flohsamenschalen ein Zeitabstand von mindestens einer Stunde ratsam.

Wann von Flohsamenschalen abgeraten wird

Für Menschen mit Schluckstörungen und anderen Halsproblemen sind Flohsamenschalen nicht geeignet. Personen, die bereits einen Darmverschluss hatten, sollten ebenfalls darauf verzichten. Wenn Vorerkrankungen vorliegen, muss die Einnahme der Flohsamenschalen abklärt werden. Manche Menschen reagieren überempfindlich darauf. Auch dann sind sie ungeeignet, da es zu allergischen Reaktionen kommen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Flohsamenschalen können bei unterschiedlichen Magen-Darm-Problemen helfen.
Sie zeigen auch die Symptome des Metabolischen Syndroms positiv beeinflussen.
Bei der Einnahme von Flohsamenschalen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig.

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