schuppenflechte

Therapiemöglichkeiten bei Schuppenflechte

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine nicht ansteckende, chronisch entzündliche Erkrankung, die sich gegen den eigenen Körper richtet (Autoimmunerkrankung) und in der Regel in Schüben auftritt.

Bis heute konnte nicht abschließend geklärt werden, was die Psoriasis auslöst. Bekannt ist, dass neben der genetischen Veranlagung weitere auslösende Faktoren eine Rolle spielen, wie beispielsweise Infekte, Verletzungen der Haut oder Stress.

Psoriasis wird zu den Systemerkrankungen gerechnet, da sie das gesamte Organsystem in Mitleidenschaft ziehen kann. Folgeerkrankungen können beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes und Psoriasis-Arthritis sein.
Bei etwa 20 Prozent der von Schuppenflechte Betroffenen entwickelt sich mit den Jahren eine Psoriasis-Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung). Betroffene Organe sind die Gelenkkapseln, Bänder und Sehnen, Gelenk- und Knochenhaut sowie die Knochen selbst.

Die Krankheit ist familiär bedingt. Auch Vorgänger-Generationen können diese weitverbreitete Hauterkrankung weiterreichen, von der in Deutschland ungefähr 1,5 Millionen Menschen betroffen sind.

Wie entsteht Schuppenflechte (Psoriasis?)

Die oberste Hautschicht (Epidermis) erneuert sich im Durchschnitt alle 28 Tage. Dabei bewegen sich die Basalzellen von der untersten Schicht der Oberhaut langsam nach oben, trocknen während der Wanderung aus und bilden schließlich die äußere Hornschicht der Epidermis, wo sie als tote Hautschuppen abgestoßen werden.

neurodemitis

Das Wesen der Schuppenflechte ist, dass die Hautzellen, die sich bei dieser Autoimmunerkrankung drei- bis viermal schneller erneuern, nicht so schnell abgestoßen werden können und daher rote Hauterhebungen entwickeln, auf denen sich silbrig-weiße Schuppen bilden.

Die Krankheit kann sich auf dem gesamten Körper ausbreiten, doch häufig zeigen sich die roten Stellen mit den weißlichen Schuppen an der Kopfhaut, vorzugsweise am Haaransatz, auf der Stirn, hinter den Ohren sowie im Nacken, am Ellenbogen, am Kreuzbein, in der Po-Falte, an den Fingernägeln und an den Knien.

Um den erkrankten Bereich vor dem Austrocknen zu bewahren, die Haut vor Rissen zu schützen und den Juckreiz zu lindern, sollte die Behandlung durch eine sorgfältige Grundpflege der Haut mit feuchtigkeitsbindenden und rückfettenden Emollienzien unterstützt werden. Emollienzien sind Mittel, die die Haut geschmeidig erhalten.

Psoriasis ist zwar gut behandelbar und die Fortschritte bei der Symptombehandlung sind vielversprechend, doch heilbar ist sie nach wie vor noch nicht.

Welche Arten von Therapien sind möglich?

Da bei der Schuppenflechte die Hautbarriere beeinträchtigt ist, die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden können (Psoriasis-Arthritis) und im Extremfall ebenfalls die inneren Organe, ist eine gezielte Behandlung der kranken Stellen mit dem genau hierfür geeigneten Pflegemittel besonders wichtig.

Für die Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) bestehen je nach Ausmaß der Erkrankung verschiedene Möglichkeiten:

  1. Äußerliche (topische) Behandlung
  2. Herkömmliche (konventionelle) innerliche Behandlung
  3. Physikalische Behandlung mit ultraviolettem Licht (UV-Licht)
  4. Behandlung mit Biologika

A. Die äußerliche (topische) Behandlung

Handelt es sich um eine leichte Form der Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis), von der 80 bis 90 Prozent der Patienten betroffen sind, werden Pflegemittel wie Cremes, Lotionen, Shampoos und Salben mit den entsprechenden Wirkstoffen direkt auf den erkrankten Stellen angewendet.

Psoriasis-pflege

Wirkstoffbeispiele:

  • Calcipotriol unterdrückt die Produktion entzündungsfördernder Stoffe. Seine Wirksamkeit wurde in Studien erwiesen.
    Das Medikament darf allerdings nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und ebenso nicht bei Schwangerschaft angewendet werden. Die möglichen Nebenwirkungen können hier nachgelesen werden.
  • Kortisonpräparate, die in verschiedenen Stärken (Klasse I (Prednisolon) bis IV (Clobetasol)) zur Anwendung kommen, je nachdem wie stark die Schuppung auftritt und an welcher Körperstelle das Präparat angewendet werden soll. Zur Behandlung im Gesicht werden schwächere Kortisonpräparate verwendet.
    Das Clobetasolpropionat der Klasse IV gehört zu den besonders stark wirkenden Glukokortikoiden und ist daher nur für die kurzzeitige Anwendung vorgesehen.
  • Dithranol hemmt die schnelle Vermehrung der Zellen und unterdrückt zusätzlich das körpereigene Immunsystem, um den Entzündungsprozess weitgehend zu hemmen. Es wird hauptsächlich im Krankenhaus angewendet.

Die mittelschwere bis schwere Form der Schuppenflechte wird entweder physikalisch mit Lichttherapie (UV-Strahlen) oder medikamentös behandelt.

rotlicht-schuppenflechte

B. Herkömmliche (konventionelle) innerliche Behandlung

Die herkömmlichen systemischen (innerlichen) Therapien erfolgen mit Tabletten oder Injektionen. Sie sind für die Behandlung von mittelschweren bis schweren Schuppenflechte-Symptomen vorgesehen.

Dies gilt auch für die Behandlung der Psoriasis-Arthritis, die meist zusätzlich zu den krankhaften Hautveränderungen mit chronischen Entzündungen an den Gelenken und Sehnen einhergeht. Im weiteren Verlauf kann es bei den betroffenen Gelenken zu einer Verdickung und schließlich zur Gelenkversteifung kommen. Meist sind hiervon die Finger- und Zehengelenke betroffen, oftmals auch die Wirbelsäule.

Wie sich die Erkrankung im Einzelnen darstellt, ist von Fall zu Fall verschieden. Es können Gelenke und Haut gleichzeitig oder unabhängig voneinander in Mitleidenschaft gezogen sein.

Die Behandlung der Psoriasis Arthritis erfolgt mit:

  • entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten wie Diclofenac und Ibuprofen (nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)
  • bei akuten Schmerzen mit Kortison-Injektionen (Wirkstoffe sind kortisonähnliche Glukokortikoide)

Wichtig:
NSAR und Kortison-Tabletten sollten möglichst nur über einen kurzen Zeitraum angewendet werden, da bei Einnahme über einen längeren Zeitraum schwerwiegende Nebenwirkungen wie Magengeschwüre, Nierenprobleme, Blutungen im Magen-Darm-Trakt und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko zu erwarten sind.

Wird die Behandlung mit Kortison-Tabletten beendet, kann die Schuppenflechte wieder aufflammen.

C. Physikalische Behandlung mit ultraviolettem Licht (UV-Licht)

Diese Form von Behandlung ist geeignet für akut auftretende Plaques (gerötete und schuppende Hautbereiche) und sollte nicht als Langzeittherapie erfolgen, da bei mehrmaliger intensiver Bestrahlung das Hautkrebsrisiko steigt.

Die UVB-Strahlen gelangen bis in die unterste Schicht der Oberhaut, dort verlangsamen sie die Zellteilung und Zellneubildung. Als Folge davon nimmt die Entzündungsaktivität ab.

Je nach Bedarf, stehen verschiedene Therapieverfahren zur Auswahl:

Die UV-B-Lichttherapie hat wegen ihrer geringeren Nebenwirkungen bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis Vorrang vor der medikamentösen Therapie (PUVA-Therapie).
Allerdings ist sie recht aufwendig, da die Bestrahlung mehrmals pro Woche, regelmäßig über einen Zeitraum von ein bis drei Monaten, in der Hautarztpraxis erfolgen muss.

uv-b-lichttherapie

Mit der UV-Lichttherapie verringern sich die Hautsymptome, was sich positiv auf das Allgemeinbefinden der Betroffenen auswirkt.
Langfristige Therapie-Einheiten sollten allerdings vermieden werden, da diese mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs verbunden sind.
Die UV-Lichttherapie kann alternativ mit einer Badetherapie kombiniert werden.

Die Balneophototherapie (Bade-Licht-Therapie)

  • Sie ist eine Kombinationstherapie, bei der spezielle Substanzen, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, einem 20-minütigen Warmwasser-Bad zugesetzt werden. Unmittelbar im Anschluss an das Bad erfolgt die Bestrahlung der Haut mit UV-Licht.
  • Wird dem Warmwasser-Bad eine Salzlösung (z. B. Kochsalz oder Salz aus dem Toten Meer) zugesetzt, handelt es sich um eine Sole-Phototherapie.

Die PUVA-Bad-Photochemotherapie ist ein Verfahren, das angewendet wird, um die Haut lichtempfindlich zu machen. Dies kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  • konventionell durch Einnahme eines lichtsensibilisierenden Medikamentes wie 8-Methoxy-Psoralen (MOP), zwei Stunden vor der UV-A-Bestrahlung
  • durch einen lichtsensibilisierenden Stoff als Badezusatz, der sich während des Badens im gesamten Körper verteilt
    Dies hat den Vorteil, dass Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen, die mit der oralen Aufnahme des Medikamentes einhergehen würden, erst gar nicht auftreten.
  • als örtliche Anwendung, bei der lediglich die erkrankten Hautbereiche mit dem Wirkstoff oder mit einer Creme, die den Wirkstoff für die Sensibilisierung der Hautflächen enthält, vor der Bestrahlung eingerieben werden

D. Behandlung mit Biologika

Wenn die vorherigen Behandlungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, können systemisch wirkende Biologika Linderung verschaffen. Sie werden in Form von Infusionen oder Injektionen verabreicht.

Es ist allerdings nicht möglich, Biologika in Form von Tabletten einzunehmen, da die Wirkstoffe im sauren Milieu der Magensäure zerstört würden.
Die Therapie mit Biologika ist verhältnismäßig neu und sollte stets unter engmaschiger Kontrolle durch den behandelnden Arzt erfolgen.

Was ist unter Biologika zu verstehen?

Biologika sind aus lebenden Zellkulturen hergestellte Proteine (Eiweißstoffe), die in ihrer Grundstruktur dem menschlichen Immunsystem ähneln.
Sie wirken dort, wo sich die Entzündungsherde befinden, greifen direkt in das Entzündungsgeschehen ein und können so den Entzündungsprozess unterbrechen oder zumindest verlangsamen, ohne gleich das gesamte Immunsystem zu unterdrücken.

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Wie wirken Biologika?

Eine Behandlung mit Biologika führt bereits nach wenigen Wochen zu einem deutlichen Nachlassen der gesundheitlichen Probleme bei Schuppenflechte und teilweise auch bei Psoriasis-Arthritis.

Die Therapie hat allerdings den Nachteil, dass sie das Immunsystem schwächt, weshalb Nebenwirkung wie Hautausschlag, Juckreiz und Schmerzen im Bereich der Einspritzungen und Infusionen und Atemwegserkrankungen auftreten können.

Werden Biologika gut vertragen, eignen sie sich zur Dauertherapie. In diesem Zusammenhang ist es ganz wichtig, dass die Patienten sich genau an die Vorgaben ihres behandelnden Arztes halten.

Abschließende Tipps

Bei vielen von Schuppenflechte geplagten Menschen liegt das Körpergewicht oberhalb des Normalbereichs, was die erfolgreiche Behandlung dieser Krankheit erschwert.

Zielführend ist die Gewichtsabnahme mithilfe einer antientzündlichen Ernährung.
Hier lohnt es sich, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen und die Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.

Ein ebenso wichtiges Thema ist die häufig mit der Psoriasis einhergehende starke psychische Belastung. Eine begleitende psychotherapeutische Unterstützung hat in den meisten Fällen einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Um das Behandlungsziel zu erreichen, gehört neben der genauen Anwendung oder Einnahme der verschriebenen Produkte vor allem ein großes Maß an Geduld.

Auch wenn die Schuppenflechte nicht mehr sichtbar ist, sollten die Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
Andernfalls könnte sich ein Wiederaufflammen der Erkrankung einstellen.

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