Rosazea

Rosazea − Keine rosige Angelegenheit


Manche Krankheiten klingen eindeutig besser als sie sind. Die Hautkrankheit Rosazea ist eine davon. Sie tritt ausschließlich bei Menschen ab dem 30. Lebensjahr auf und verstärkt sich mit zunehmendem Alter. Betroffen ist hauptsächlich die Gesichtsmitte. Die Rosazea äußert sich typischerweise durch fleckige, oft schuppende Rötungen. Diese können in der Folge aber auch zu Schwellungen der Gesichtshaut führen. Manche Formen weisen Ähnlichkeiten mit Akne auf, da sie entzündliche Pusteln ausbilden.

Wer ist davon betroffen?

Rosazea lebt die Gleichberechtigung. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig davon betroffen, Frauen etwas häufiger. Das kann allerdings auch nur der Tatsache geschuldet sein, dass Frauen erwiesenermaßen öfter den Arztbesuch antreten als Männer. Im Fall von Rosazea wird das starke Geschlecht mit zunehmendem Alter jedoch klar benachteiligt. Neben den klassischen Rötungen und Pusteln bilden sich bei älteren Männern häufig knollenartigen Wucherungen auf der Nase. Diese Rhinophyme wurden im Volksmund früher wenig schmeichelhaft als „Trinkernase“ und „Knollennase“ bezeichnet.

Rosazea Knollennase

Welche Ursachen hat Rosazea?

Eine eindeutige singuläre Ursache für diese Hautkrankheit konnte bislang noch nicht ausgeforscht werden. Der aktuelle Forschungsstand geht von einer klassischen, multifaktoriellen Erkrankung aus. Als Auslöser stehen im Verdacht:

  • Stress
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • eine Gefäßstörung der Gesichtshaut
  • Entzündungen im Nervensystem
  • Hautparasiten wie Haarbalgmilben
  • Bakterien

Welchen Verlauf nimmt die Krankheit?

Rosazea wird in vier verschiedene Schweregrade unterteilt. Diese definiert die Schulmedizin wie folgt:

  • Vorstadium
    Der Vorbote einer Rosazea ist das Flushing-Syndrom. Plötzlich auftretende Rötungen im Gesicht kommen und gehen praktisch ohne ersichtlichen Grund. Die Haut reagiert sehr sensibel und neigt trotz guter Pflege zu Trockenheit.
  • Schweregrad I:
    Das frühe Stadium einer Rosazea wird auch als Couperose bezeichnet. Die Haut reagiert auf Hitze, Kälte und emotionalen Stress mit Rötungen, Brennen und Juckreiz. Die feinen Blutgefäße, die sich knapp unterhalb der Hautoberfläche befinden, sind deutlich erweitert.
  • Schweregrad II:
    Im weiteren Verlauf treten die typischen Pusteln, Hautverhärtungen und Schwellungen auf. Die Haut kann sich entzünden und sogar eitrige Stellen ausbilden. Da in diesem Stadium große Ähnlichkeit mit Akne besteht, kommt es häufig zu Fehldiagnosen. Dieses Stadium der Rosazea kann sich daher oft über Jahre hinziehen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.
  • Schweregrad III:
    Dieser sucht hauptsächlich Männer heim. Die Dermatologie spricht von glandulär-hyperplastischer Rosazea, welche sich durch Wucherungen, Knötchen und einer Veränderung der Talgdrüsen auszeichnet. Das bereits erwähnte Rhinophym bildet sich häufig in dieser Phase. Weitere Begleiterscheinungen sind extreme Trockenheit der Augen, die zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen führen kann.
Rosazea Chronische Hauterkrankung

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Der Gang in die Hautarztpraxis bleibt Patient*innen mit Rosazea nicht erspart. Neben speziellen Medikamenten und einer perfekt auf die empfindliche Haut abgestimmten Pflege gibt es auch einige Therapiemethoden, die eine Verbesserung des Hautbildes versprechen:

Veröden mittels Lasertherapie

Dieses Prinzip kennt die Dermatologie schon recht lange. In der Zwischenzeit kommt auch hier der Laser zum Einsatz, konkret die IPL-Lasertechnik. „IPL“ steht für „Intense Pulsed Light“. Der Laser gibt hier kontrollierte Lichtimpulse an die Haut ab und schweißt die Blutgefäße so zusammen. Die Hautrötungen nehmen in der Folge ab.

Photodynamische Therapie (PDT)

Sie gelangt hauptsächlich bei der Behandlung von Tumoren zum Einsatz. Ihre Technik kann aber auch im Kampf gegen Rosazea-Narben wirkungsvoll angewandt werden. Ein auf die Haut aufgetragener sogenannter Photosensibilisator wird dabei mit speziellem Licht bestrahlt. So werden gewebsschädigende Stoffe freigesetzt, die abgestorbene Hautzellen und vernarbtes Gewebe schonend entfernen.

Dermabrasion

Bei der Dermabrasion entfernen Ärztin oder Arzt die oberste Hautschicht. Rein technisch gesprochen schleift man sie richtiggehend ab. Anschließend folgt eine spezielle Salbe, welche die Wundheilung fördern soll. Nach etwa zehn bis 14 Tagen löst sich der Wundschorf und die gesunde Haut kommt zum Vorschein.

Dermashaving

Diese Methode funktioniert im Grunde gleich wie die Dermabrasion. Als Instrument dient Ärztin oder Arzt hier allerdings ein feinchirurgisches Skalpell. Die vernarbte Hautschicht wird vorsichtig abgelöst, damit sich gesundes neues Hautgewebe bilden kann.

Elektro- und Kryochirurgie

Bei der Elektrochirurgie werden die unschönen Wucherungen und Pusteln mit einer elektrischen Schlinge Schicht für Schicht abgetragen. Die Kryochirurgie hingegen macht sich die Eigenschaften von flüssigem Stickstoff zunutze, um Hautwucherungen nachhaltig zu zerstören.

Welche Pflege für Rosazea-Haut?

Eine entsprechende Pflegeroutine für geplagte Rosazea-Haut sollte ausschließlich nach Rücksprache mit Dermatolog*innen oder kosmetischem Fachpersonal erstellt werden. Nicht jedes im Handel erhältliche Produkt ist für jeden Hauttyp geeignet. Vermieden werden sollte alles, was die strapazierte Haut noch zusätzlich reizt. Wasser sollte daher immer nur lauwarm zum Einsatz kommen. Auch auf Peelings und exzessives Trockenrubbeln mit einem rauen Handtuch sollte man gänzlich verzichten.

Die verwendeten Produkte müssen unbedingt frei von Alkohol sein, da dieser die Haut zusätzlich austrocknet. Aber auch andere Zusatzstoffe in herkömmlichen Kosmetika können die Lage an der Rosazea-Front eher verschlimmern als verbessern. Dazu zählen: Menthol, Kampfer sowie synthetische Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe. Eine gute und inzwischen auch preisgünstige Alternative sind Naturkosmetik- und Bioprodukte.

Rosacea

Rosazea: Die No-Gos

Gerade im Fall von Rosazea stehen einige Genussmittel und liebgewonnene Gewohnheiten im Verdacht, ihr Auftreten zu begünstigen und ihre Symptome zu verstärken. Dazu zählen:

  • Kaffee
  • Tee
  • Alkohol
  • Sonne und Solarium

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Unser Körper ist immer nur so gut, wie die Nahrung, die wir ihm zukommen lassen. Im Fall von Hautkrankheiten sind sich sämtliche Vertreter*innen von Schul- und Komplementärmedizin einig, dass die Ernährung einen unmittelbaren Einfluss auf unser flächenmäßig größtes Organ ausübt. Neben den genannten Genussmitteln Kaffee, Tee und Alkohol wirkt sich auch übermäßig scharf gewürztes Essen negativ auf die Hautbarriere aus. Nahrungsmittel, die in dem Verdacht stehen, im Körper entzündliche Prozesse auszulösen, sollten ebenfalls gemieden oder nur in Maßen genossen werden. Dazu zählt tierisches Eiweiß ebenso wie Zucker und Weißmehlprodukte

Ist Rosazea heilbar?

Unbehandelt verschlimmern sich die Symptome der Rosazea so gut wie immer. Ähnlich einer Neurodermitis tritt sie in immer wiederkehrenden Schüben auf. Sie kann behandelt, aber nicht geheilt werden.

Von Ratgeber

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