Gebärmutterhalskrebs zählt weltweit zu den vier häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. In Deutschland erhalten jedes Jahr rund 4.600 Frauen die Diagnose Zervixkarzinom. Die Erkrankung entsteht nicht über Nacht. Sie entwickelt sich über mehrere Jahre hinweg aus Vorstufen, die bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gut erkennbar sind.
In den meisten Fällen steht eine Infektion mit dem HPV-Virus am Anfang der Erkrankung. Nicht jede Infektion führt zu Krebs. Das Immunsystem bekämpft das Virus oft erfolgreich. Bei einigen Frauen verbleiben bestimmte Hochrisiko-Typen des Virus im Gewebe und lösen Zellveränderungen aus.
Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Erkennung liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Moderne Früherkennungsmethoden wie der Pap-Test und der HPV-Test machen das möglich. Wer frühe Krebs-Anzeichen und Symptome erkennt, verbessert die eigene Prognose erheblich.
Die HPV-Impfung hat die Vorbeugung gegen das Zervixkarzinom grundlegend verändert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt sie für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Durch diese Schutzimpfung lässt sich das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich senken.
Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die im unteren Teil der Gebärmutter entsteht. In der Medizin wird diese Erkrankung als Zervixkarzinom bezeichnet. Sie betrifft vor allem Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren und zählt weltweit zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen.
Definition und Bedeutung
Das Zervixkarzinom entwickelt sich aus veränderten Zellen am Gebärmutterhals – dem Übergang zwischen Gebärmutter und Scheide. Es gibt zwei Haupttypen dieser Erkrankung:
- Plattenepithelkarzinom – macht etwa 80 Prozent aller Fälle aus
- Adenokarzinom – tritt in rund 20 Prozent der Fälle auf
Beide Formen unterscheiden sich in ihrem Ursprungsgewebe. Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus den Deckzellen der Schleimhaut. Das Adenokarzinom bildet sich aus den Drüsenzellen des Gebärmutterhalskanals.
Statistiken und Prävalenz
In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Rund 1.500 Frauen sterben pro Jahr an dieser Erkrankung. Weltweit ist das Zervixkarzinom die vierthäufigste Krebsart bei Frauen.
| Kennzahl | Deutschland | Weltweit |
|---|---|---|
| Neuerkrankungen pro Jahr | ca. 4.600 | ca. 604.000 |
| Todesfälle pro Jahr | ca. 1.500 | ca. 342.000 |
| Häufigste Altersgruppe | 35–55 Jahre | 30–60 Jahre |
Seit Einführung der Krebsvorsorge im Jahr 1971 sank die Sterblichkeit in Deutschland um rund 70 Prozent. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen spielen eine entscheidende Rolle – ein Thema, das im weiteren Verlauf dieses Artikels näher beleuchtet wird.
Symptome von Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs Symptome treten in frühen Stadien nur selten auf. Die Erkrankung entwickelt sich oft über Jahre hinweg aus Vorstufen, die als Dysplasie bezeichnet werden. Diese Zellveränderungen verursachen keinerlei Beschwerden und lassen sich ausschließlich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkennen.
Frühwarnzeichen
Sobald sich aus einer Dysplasie ein invasiver Tumor entwickelt, können erste Warnsignale auftreten. Diese sind oft unspezifisch und werden leicht übersehen. Zu den typischen Gebärmutterhalskrebs Symptome im Frühstadium gehören:
- Unregelmäßige Blutungen außerhalb der Menstruation
- Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr
- Ungewöhnlicher, übel riechender Ausfluss
- Leichte Schmierblutungen nach den Wechseljahren
Laut dem Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich rund 4.300 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs – viele davon erst in einem fortgeschrittenen Stadium.
Spätzeichen und Komplikationen
In fortgeschrittenen Stadien nehmen die Beschwerden deutlich zu. Der Tumor kann umliegendes Gewebe und Organe befallen. Das führt zu einer Reihe schwerwiegender Beschwerden:
| Symptom | Mögliche Ursache | Stadium |
|---|---|---|
| Beckenschmerzen | Tumorwachstum im Beckenbereich | Fortgeschritten |
| Chronische Rückenschmerzen | Ausbreitung auf Nerven und Wirbelsäule | Fortgeschritten |
| Geschwollene Beine | Lymphstau durch befallene Lymphknoten | Spät |
| Schmerzen beim Wasserlassen | Tumorbefall der Blase oder Harnleiter | Spät |
| Ungewollter Gewichtsverlust | Allgemeine Tumorbelastung des Körpers | Spät |
Eine frühzeitig erkannte Dysplasie lässt sich gut behandeln, bevor sich daraus ein bösartiger Tumor entwickelt. Genau deshalb ist die regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen so entscheidend – ein Thema, das im Abschnitt zu den diagnostischen Verfahren näher erläutert wird.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist kein Zufall. In fast allen Fällen lässt sich ein klarer Auslöser benennen. Neben dem Hauptverursacher spielen bestimmte Lebensgewohnheiten und körperliche Voraussetzungen eine Rolle. Nach dem Erkennen der Symptome ist das Verständnis der Ursachen entscheidend für eine wirksame Vorsorge.
Humanes Papillomavirus (HPV)
Das HPV-Virus ist in 99,7 Prozent aller Fälle der Hauptauslöser von Gebärmutterhalskrebs. Besonders die Hochrisiko-Typen HPV 16 und HPV 18 sind für rund 70 Prozent der Erkrankungen verantwortlich. Die meisten Frauen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit dem HPV-Virus an. Das Immunsystem bekämpft die Infektion in der Regel erfolgreich. Bleibt die Infektion bestehen, können sich über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren Krebsvorstufen entwickeln. Laut dem Krebsinformationsdienst erkrankt weniger als eine von zehn Frauen mit persistierender Hochrisiko-Infektion an Gebärmutterhalskrebs.
Genetische Prädisposition
Erbliche Faktoren spielen bei Gebärmutterhalskrebs eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten gibt es keine bekannten Genmutationen, die das Risiko stark erhöhen. Der sozioökonomische Status beeinflusst das Vorsorgeverhalten stärker als genetische Veranlagungen.
Lebensstilfaktoren
Bestimmte Gewohnheiten erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich:
- Rauchen verdoppelt das Erkrankungsrisiko – krebserzeugende Stoffe lagern sich direkt in der Gebärmutterhals-Schleimhaut ab
- Hormonelle Verhütung über mehr als fünf Jahre steigert das Risiko bei gleichzeitiger HPV-Virus-Infektion
- Früher Geschlechtsverkehr und häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen die Ansteckungsgefahr
- Ein geschwächtes Immunsystem – etwa durch HIV oder Medikamente nach Transplantationen
- Begleitinfektionen mit Herpes simplex, Chlamydien oder Gonokokken fördern chronische Entzündungen
| Risikofaktor | Risikoerhöhung | Reversibilität |
|---|---|---|
| Rauchen | ca. Faktor 2 | Ca. 20 Jahre nach Rauchstopp auf Normalniveau |
| Hormonelle Verhütung (>5 Jahre) | Leicht erhöht | 10 Jahre nach Absetzen kein Unterschied |
| Immunsuppression | Deutlich erhöht | Abhängig von Grunderkrankung |
| Begleitinfektionen | Moderat erhöht | Durch Behandlung der Infektion reduzierbar |
Das Wissen um diese Risikofaktoren bildet die Grundlage für gezielte diagnostische Verfahren, die Veränderungen frühzeitig erkennen können.
Diagnostische Verfahren
Die Gebärmutterhalskrebs Früherkennung basiert auf mehreren bewährten Untersuchungsmethoden. Je früher Zellveränderungen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungschancen. In Deutschland stehen Frauen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung.

Pap-Test – der erste Schritt zur Vorsorge
Der Pap-Abstrich gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen. Frauen ab 20 Jahren haben in Deutschland Anspruch auf einen jährlichen kostenlosen Pap-Abstrich. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt Zellen vom Gebärmutterhals und untersucht diese auf Veränderungen. Die Ergebnisse werden in fünf Stufen (Pap I bis Pap V) eingeteilt. Als moderne Alternative gilt die Dünnschichtzytologie, die eine höhere Sensitivität bietet.
Nachweis des HPV-Virus
Ab dem Alter von 35 Jahren wird der HPV-Test alle drei Jahre in Kombination mit dem Pap-Abstrich durchgeführt. Dieser Test weist das HPV-Virus direkt nach – insbesondere die Hochrisikotypen 16 und 18. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht automatisch eine Krebserkrankung, erfordert aber engmaschige Kontrollen.
| Verfahren | Empfohlenes Alter | Intervall |
|---|---|---|
| Pap-Abstrich | Ab 20 Jahren | Jährlich |
| HPV-Test + Pap-Abstrich | Ab 35 Jahren | Alle 3 Jahre |
Bildgebung und Gewebeuntersuchung
Bei auffälligen Befunden kommt die Kolposkopie zum Einsatz. Dieses Verfahren ermöglicht eine 6- bis 40-fache Vergrößerung des Gebärmutterhalses. Zeigen sich verdächtige Stellen, erfolgt eine Biopsie zur Sicherung der Diagnose.
Zur Beurteilung der Ausbreitung nutzen Fachärzte bildgebende Verfahren wie MRT und CT. Diese Untersuchungen liefern wichtige Informationen für die anschließende Therapieplanung.
Therapieoptionen
Die Behandlung eines Zervixkarzinom richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Ärzte wählen die Therapie individuell – abhängig von Tumorgröße, Ausbreitung und dem Wunsch der Patientin. Von der schonenden Konisation bis zur umfassenden Radiochemotherapie stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.
Chirurgische Behandlung
Bei einem örtlich begrenzten Zervixkarzinom ist die Operation die bevorzugte Methode. Jüngere Patientinnen mit Kinderwunsch profitieren oft von einer Konisation. Dabei wird ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Gebärmutterhals entfernt – ambulant und in weniger als 30 Minuten. Die Fruchtbarkeit bleibt erhalten, es besteht aber ein leicht erhöhtes Risiko für Früh- oder Fehlgeburten.
Eine Trachelektomie ist eine weitere fruchtbarkeitserhaltende Option. Bei fortgeschrittenen Stadien erfolgt eine Hysterektomie mit Lymphknotenentfernung.
Strahlentherapie
Ab Stadium IIB setzen Ärzte auf eine Kombination aus externer Bestrahlung und Brachytherapie. Die externe Bestrahlung läuft ambulant über mehrere Wochen – etwa fünf Tage pro Woche. Bei der Brachytherapie wird ein Strahler direkt in den Gebärmutterhals eingeführt.
Die Behandlung eines Zervixkarzinom erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Onkologen, Strahlentherapeuten und der Patientin selbst.
Chemotherapie
In der Radiochemotherapie ist Cisplatin das Standardmedikament. Die Infusionen erstrecken sich über rund acht Wochen. Bei metastasiertem Zervixkarzinom kommen zielgerichtete Medikamente wie Bevacizumab oder die Immuntherapie mit Pembrolizumab zum Einsatz.
| Stadium | Therapie | 5-Jahres-Überlebensrate |
|---|---|---|
| I (Frühstadium) | Konisation oder Hysterektomie | Über 90 % |
| IIB–III | Radiochemotherapie | 40–60 % |
| IV (metastasiert) | Chemotherapie, Immuntherapie | Etwa 15 % |
Die Wahl der Therapie beeinflusst nicht nur die Überlebenschancen, sondern auch die Lebensqualität. Eine frühzeitige Diagnose – wie im vorherigen Abschnitt beschrieben – verbessert die Prognose erheblich.
Nachsorge und Nachsorgeuntersuchungen
Nach einer erfolgreichen Behandlung von Gebärmutterhalskrebs beginnt eine ebenso wichtige Phase: die Nachsorge. Regelmäßige Kontrolltermine helfen, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Neben der medizinischen Überwachung spielt die psychoonkologische Betreuung eine zentrale Rolle bei der Wiederherstellung der Lebensqualität.
Bedeutung der regelmäßigen Kontrollen
Die Gebärmutterhalskrebs Vorsorge endet nicht mit der Therapie. In den ersten zwei Jahren finden die Untersuchungen alle drei Monate statt. Danach erfolgen sie halbjährlich über einen Zeitraum von drei weiteren Jahren. Jeder Termin umfasst mehrere Bausteine:
- Gynäkologische Tastuntersuchung
- Pap-Abstrich zur Zellkontrolle
- Ultraschall des Beckens
- Bestimmung des Tumormarkers SCC bei Plattenepithelkarzinomen
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Genesung. Besonders eisenhaltiges Obst kann helfen, einen durch die Therapie entstandenen Eisenmangel auszugleichen.
| Zeitraum nach Therapie | Häufigkeit der Kontrollen | Untersuchungen |
|---|---|---|
| 1.–2. Jahr | Alle 3 Monate | Gynäkologische Untersuchung, Pap-Abstrich, Ultraschall |
| 3.–5. Jahr | Alle 6 Monate | Gynäkologische Untersuchung, Pap-Abstrich, ggf. Bildgebung |
| Ab dem 6. Jahr | Einmal jährlich | Standardvorsorge |
Symptome einer Rückkehr
Das Rezidivrisiko bei Gebärmutterhalskrebs ist in den ersten beiden Jahren nach der Behandlung am höchsten. Bestimmte Warnsignale sollten sofort ärztlich abgeklärt werden:
- Erneute vaginale Blutungen
- Anhaltende Schmerzen im Beckenbereich
- Schwellungen der Beine durch Lymphödeme
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
„Die Nachsorge ist genauso entscheidend wie die Therapie selbst – sie gibt Patientinnen Sicherheit und ermöglicht ein schnelles Eingreifen bei Veränderungen.“ – Deutsche Krebsgesellschaft
Rehabilitation und psychologische Unterstützung sind fester Bestandteil der Nachsorge. Sie helfen Betroffenen, körperlich und seelisch in den Alltag zurückzufinden. Wer die empfohlenen Termine der Gebärmutterhalskrebs Vorsorge konsequent wahrnimmt, erhöht die Chancen auf ein dauerhaftes, rezidivfreies Leben erheblich.
Einfluss von Impfungen auf Gebärmutterhalskrebs
Die HPV-Impfung gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen in der Gebärmutterhalskrebs Vorsorge. Sie kann das Risiko für diese Krebserkrankung um bis zu 90 Prozent senken. Weltweit wurden bis 2022 mehr als 500 Millionen Impfdosen verabreicht. Die WHO stuft die Impfstoffe als außerordentlich sicher ein.
Schutz durch moderne Impfstoffe
In Deutschland sind zwei Impfstoffe zugelassen: Gardasil 9 und Cervarix. Beide schützen vor den gefährlichsten Typen des HPV-Virus. Gardasil 9 deckt neun Virustypen ab, darunter HPV 16 und 18 – die Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs.
„Der Global Advisory Committee on Vaccine Safety bewertet die Sicherheitsdaten der HPV-Impfung regelmäßig und bestätigt das hervorragende Sicherheitsprofil.“ – Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Die häufigsten Reaktionen sind leichte Schwellungen oder Rötungen an der Einstichstelle. Das Risiko einer schweren allergischen Reaktion liegt bei nur 1,7 Fällen pro einer Million Impfdosen. Laut dem Robert Koch-Institut zeigt sich ein gutes Sicherheitsprofil bei Mädchen und Jungen.
Empfehlungen für Impfungen
Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Eine Nachholimpfung ist bis zum Alter von 17 Jahren möglich. Selbst nach einer Infektion mit dem HPV-Virus kann die Impfung sinnvoll sein.
- Zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten
- Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig
- Aktuelle Impfquote in Deutschland: etwa 50 Prozent
- Ziel der Gesundheitsbehörden: 80 Prozent Impfquote
| Kriterium | Gardasil 9 | Cervarix |
|---|---|---|
| Abgedeckte HPV-Typen | 9 Typen | 2 Typen |
| Schutz vor Hochrisiko-HPV 16/18 | Ja | Ja |
| Schutz vor Genitalwarzen | Ja | Nein |
| Empfohlenes Alter | 9–14 Jahre | 9–14 Jahre |
| Anzahl Dosen (9–14 Jahre) | 2 Dosen | 2 Dosen |
Die Gebärmutterhalskrebs Vorsorge profitiert enorm von einer frühzeitigen HPV-Impfung. In Kombination mit den im vorherigen Abschnitt beschriebenen Nachsorgeuntersuchungen und den präventiven Maßnahmen bietet sie den bestmöglichen Schutz vor dem HPV-Virus und seinen Folgen.
Psychosoziale Aspekte
Die Diagnose Gebärmutterhalskrebs betrifft nicht nur den Körper. Sie verändert das gesamte Leben der Betroffenen. Schon bei einer festgestellten Dysplasie entstehen oft Ängste und große Unsicherheit. Der emotionale Umgang mit der Erkrankung ist ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses.

Emotionaler Umgang mit der Diagnose
Viele Frauen erleben nach der Diagnose Gebärmutterhalskrebs ein Wechselbad der Gefühle. Angst, Wut, Trauer und Hilflosigkeit treten häufig auf. Besonders Sorgen rund um Sexualität, Partnerschaft und Kinderwunsch belasten die Betroffenen stark.
Bereits eine Dysplasie kann psychischen Druck auslösen. Gedanken wie „Warum ich?“ sind völlig normal. Offene Gespräche mit nahestehenden Menschen helfen, diese Last zu teilen.
Unterstützung und Therapie
Professionelle Hilfe spielt eine zentrale Rolle. Psychoonkologische Betreuung ist speziell auf Krebspatientinnen zugeschnitten. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet kostenlose Online- und Telefonberatung an.
Folgende Anlaufstellen stehen zur Verfügung:
- Selbsthilfegruppen der Deutschen Krebshilfe
- Psychoonkologische Beratungsstellen an Kliniken
- Sozialrechtliche Beratung zu Krankengeld und Rehabilitation
- Paar- und Familientherapie bei Beziehungskonflikten
| Maßnahme | Ziel | Empfohlene Häufigkeit |
|---|---|---|
| Psychoonkologische Gespräche | Ängste und Sorgen verarbeiten | Wöchentlich bis zweiwöchentlich |
| Selbsthilfegruppe | Austausch mit Betroffenen | Alle zwei bis vier Wochen |
| Entspannungstechniken (Yoga, Meditation) | Stressabbau und innere Ruhe | Täglich 15–30 Minuten |
| Leichte sportliche Aktivität | Lebensqualität steigern | Drei- bis fünfmal pro Woche |
Partner und Angehörige sollten aktiv in die Behandlung einbezogen werden. Gemeinsame Gespräche mit Therapeuten stärken das Verständnis füreinander und fördern die Genesung bei Gebärmutterhalskrebs nachhaltig.
Prävention von Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs Vorsorge ist einer der wirksamsten Wege, um die Erkrankung zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen. Neben der im vorherigen Abschnitt beschriebenen HPV-Impfung spielen der persönliche Lebensstil und regelmäßige Untersuchungen eine entscheidende Rolle. Wer aktiv vorbeugt, kann das eigene Risiko erheblich senken.
Tipps zur Risikominderung
Verschiedene Maßnahmen tragen dazu bei, das persönliche Erkrankungsrisiko zu reduzieren:
- Kondome nutzen: Sie verringern das HPV-Übertragungsrisiko um bis zu 70 Prozent.
- Rauchstopp: Rauchen schwächt das Immunsystem und begünstigt die Entstehung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals.
- Ausgewogene Ernährung: Vitamin D und Folsäure können laut Studien präventiv wirken.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität stärkt die Immunabwehr und unterstützt die Zellerneuerung.
Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen
Die Gebärmutterhalskrebs Früherkennung beginnt in Deutschland ab dem 20. Lebensjahr. Ein Pap-Abstrich kann bereits kleinste Zellveränderungen sichtbar machen, lange bevor sich ein Tumor entwickelt. Ab dem Alter von 35 Jahren wird der Pap-Abstrich mit einem HPV-Test kombiniert.
| Altersgruppe | Empfohlene Untersuchung | Intervall |
|---|---|---|
| 20–34 Jahre | Pap-Abstrich | Jährlich |
| Ab 35 Jahren | Pap-Abstrich + HPV-Test | Alle 3 Jahre |
Digitale Erinnerungssysteme, etwa über Gesundheits-Apps oder Praxis-Benachrichtigungen, helfen dabei, keinen Vorsorgetermin zu vergessen. Die jährliche Teilnahme an der Gebärmutterhalskrebs Früherkennung rettet Leben – denn frühzeitig erkannte Veränderungen sind nahezu vollständig heilbar.
Vorsorge ist keine Frage des Alters, sondern eine bewusste Entscheidung für die eigene Gesundheit.
Neben der Prävention beschäftigt sich die aktuelle Forschung mit neuen Ansätzen, um Diagnostik und Behandlung weiter zu verbessern.
Aktuelle Forschung und Entwicklungen
Die Forschung rund um das Zervixkarzinom macht rasante Fortschritte. Neue Technologien und Therapieansätze verändern die Art, wie Ärzte Gebärmutterhalskrebs erkennen und behandeln. Die Deutsche Studiengruppe für Gynäkologische Onkologie koordiniert dabei wichtige nationale Forschungsprojekte.
Neueste Studien
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Auswertung von Pap-Tests. Moderne Algorithmen erreichen eine Genauigkeit von bis zu 95 Prozent bei der Erkennung auffälliger Zellen. Die sogenannte Liquid Biopsy ermöglicht eine nicht-invasive Verlaufskontrolle über eine einfache Blutprobe. Eine große schwedische Studie des Karolinska-Instituts mit fast 800.000 Frauen zeigt, dass die HPV-Impfung das Risiko für Krebsvorstufen an Vulva und Vagina um mehr als ein Drittel senkt. CRISPR-Technologie wird derzeit erforscht, um HPV-DNA gezielt aus infizierten Zellen zu entfernen.
Innovative Behandlungsmethoden
Therapeutische HPV-Impfstoffe befinden sich in klinischer Erprobung. Sie sollen bereits bestehende Infektionen bekämpfen. Immuntherapie-Kombinationen zeigen vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom. Minimalinvasive Roboterchirurgie verbessert die Ergebnisse bei der Konisation und anderen operativen Eingriffen. Die personalisierte Medizin auf Basis von Tumorgenomanalysen ermöglicht eine gezielte Therapie für jede Patientin.
Länder mit Schulimpfprogrammen wie Schottland und Australien liefern robuste Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung. In Deutschland liegt der vollständige Impfschutz bei 15-jährigen Mädchen bei rund 55 Prozent. Bei Jungen sind es nur etwa 34 Prozent. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren – idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt.
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