Eine Frau in Sportkleidung läuft auf einem Weg im Stadtpark vor Hochhäusern.
Laufen im Freien als Beispiel für Ausdauerbewegung; Symbolfoto, keine Aussage über den Fitnesszustand der abgebildeten Person. Foto: Ihsan Adityawarman / Pexels.

VO2max-Tabelle nach Alter: Werte richtig einordnen

Die VO2max beschreibt, wie viel Sauerstoff der Körper bei sehr hoher körperlicher Belastung höchstens aufnehmen und verwerten kann. Der Wert begegnet längst nicht mehr nur im Leistungssport: Viele Sportuhren zeigen eine Schätzung der Ausdauerfitness an und ordnen sie einer Altersgruppe zu. Eine einzelne Zahl kann dabei schnell wie ein Gesundheitszeugnis wirken. Tatsächlich braucht sie eine sorgfältige Einordnung. Alter, verwendetes Messverfahren und die Vergleichsgruppe müssen zusammenpassen, damit aus dem Zahlenvergleich eine brauchbare Information wird.

Eine VO2max-Tabelle nach Alter bietet deshalb Orientierung, aber keine Diagnose und auch keine verbindliche Trainingsvorgabe. Ein Wert unterhalb des Tabellenmittels beweist keine Erkrankung. Umgekehrt schließt ein hoher Wert eine Herzkrankheit nicht aus. Besonders leicht entstehen Missverständnisse, wenn eine Uhrenschätzung mit einem im Labor gemessenen Ergebnis oder eine Fahrraduntersuchung mit Laufbanddaten verglichen wird. Auch die Einheiten verdienen Aufmerksamkeit: Eine Sauerstoffaufnahme in Litern pro Minute ist etwas anderes als der auf das Körpergewicht bezogene Wert in Millilitern pro Kilogramm und Minute.

Der folgende Überblick erklärt eine veröffentlichte Referenztabelle, ihren richtigen Gebrauch und die Grenzen solcher Vergleiche. Dazu gehören nachvollziehbare Rechenbeispiele, die Unterscheidung zwischen Messung und Schätzung sowie Hinweise zum gesundheitlich sinnvollen Umgang mit Ausdauertraining. Alle Rechenbeispiele sind ausdrücklich hypothetisch und keine Erfahrungsberichte. Beschwerden unter Belastung haben unabhängig vom angezeigten Fitnesswert Vorrang und gehören bei Warnzeichen medizinisch abgeklärt.

Was VO2max tatsächlich misst

Die Abkürzung steht für die maximale Sauerstoffaufnahme. Gemeint ist nicht die Sauerstoffsättigung, die ein Fingerpulsoximeter in Prozent anzeigt, und auch nicht das bloße Lungenvolumen. Bei einer Spiroergometrie wird die Atemluft während zunehmender körperlicher Belastung untersucht. Über eine Maske werden Atemgase erfasst; gleichzeitig lassen sich unter anderem Herzaktivität und Blutdruck beobachten. Eine allgemein verständliche Beschreibung dieses Untersuchungsablaufs bietet gesund.bund.de zur Spiroergometrie.

Im sportlichen Sprachgebrauch steht häufig VO2max, während Untersuchungsberichte auch VO2peak nennen. VO2peak bezeichnet den höchsten im jeweiligen Test erfassten Sauerstoffaufnahmewert. Ein solches Testergebnis ist immer an die tatsächlich durchgeführte Untersuchung gebunden. Es sollte daher zusammen mit dem Befund und nicht losgelöst als beliebige Fitnessnote gelesen werden. Die unten verwendete Veröffentlichung berichtet ausdrücklich direkt gemessene VO2peak-Werte.

Warum die Einheit den Vergleich verändert

Die absolute Sauerstoffaufnahme lässt sich beispielsweise in Litern pro Minute ausdrücken. Für viele Altersvergleiche wird sie durch das Körpergewicht geteilt und in ml/kg/min angegeben. Eine hypothetische Sauerstoffaufnahme von 2,8 Litern pro Minute entspricht 2.800 Millilitern pro Minute. Bei 70 Kilogramm ergibt die Division 40 ml/kg/min. Bei 80 Kilogramm wären dieselben 2.800 Milliliter dagegen 35 ml/kg/min. Die Rechnung zeigt, weshalb ein relativer Wert nicht allein von der absoluten Sauerstoffaufnahme abhängt.

Eine Veränderung der Zahl ist deshalb nicht automatisch derselbe Vorgang wie eine Veränderung der Leistungsfähigkeit. Bei Verlaufskontrollen ist es hilfreich, absolute und relative Angaben sowie das zugehörige Körpergewicht gemeinsam zu dokumentieren. Das Rechenbeispiel ist ausdrücklich keine Aufforderung zur Gewichtsabnahme. Es verdeutlicht lediglich, welche Größe im Nenner der Kennzahl steht.

VO2max-Tabelle nach Alter: veröffentlichte Vergleichswerte

Die folgende Tabelle zeigt den Median, also das 50. Perzentil, der Laufbanduntersuchungen aus der 2022 veröffentlichten FRIEND-Auswertung von Kaminsky und Mitautoren. Grundlage waren 16.278 Laufbandtests bei Erwachsenen von 20 bis 89 Jahren in den USA. Die untersuchte Gruppe hatte keine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Die Zahlen sind keine deutsche Bevölkerungsnorm und keine Grenzwerte zwischen gesund und krank. Die Originalveröffentlichung der FRIEND-Referenzwerte unterscheidet ausdrücklich zwischen Laufband und Fahrradergometer.

Median der direkt gemessenen VO2peak beim Laufbandtest, FRIEND 2022, in ml/kg/min; Auszug aus Tabelle 3 der Veröffentlichung, Einschlusskriterium RER ≥ 1,0.
Alter in Jahren Männer Frauen
20–29 46,5 36,6
30–39 39,7 28,3
40–49 35,3 25,7
50–59 29,2 22,9
60–69 24,6 19,6
70–79 20,6 17,2
80–89 17,6 15,4

Die Bezeichnungen Männer und Frauen entsprechen den Gruppen der Studie. Außerhalb dieser untersuchten Gruppen ist keine individuelle Zuordnung durch die Tabelle belegt. Auch innerhalb einer Altersgruppe besteht eine erhebliche Streuung. Der Median ist der mittlere Rangplatz einer Verteilung, nicht der rechnerische Durchschnitt aller Messwerte.

Was ein Median aussagt – und was nicht

Das 50. Perzentil bedeutet vereinfacht, dass ungefähr die Hälfte der Vergleichswerte darunter und die andere Hälfte darüber liegt. Es ist kein Mindestziel, das jede Person erreichen muss. Die Bezeichnung „durchschnittlich“ kann irreführen, wenn daraus „ausreichend gesund“ oder „gerade noch normal“ abgeleitet wird. Solche Aussagen stehen in einer reinen Rangtabelle nicht.

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Auch Prozentangaben dürfen nicht verwechselt werden: Das 50. Perzentil bedeutet weder 50 Prozent der möglichen Leistungsfähigkeit noch 50 Prozent eines gesundheitlich erforderlichen Sollwerts. Ebenso bedeutet das 80. Perzentil nicht eine um 80 Prozent bessere Gesundheit. Ein Rangplatz beschreibt eine Position innerhalb einer bestimmten Stichprobe. Welche medizinische Einschätzung angemessen ist, lässt sich daraus allein nicht berechnen.

Warum „gut“ keine einheitliche Tabellenkategorie ist

Eine Tabelle mit den Stufen „schlecht“, „gut“ und „ausgezeichnet“ benötigt zusätzliche, offengelegte Grenzen. Unterschiedliche Anbieter können dafür verschiedene Datensätze und Einteilungen verwenden. Sachlicher ist zunächst die Frage, mit welcher Gruppe und welchem Verfahren überhaupt verglichen wird. Erst danach lässt sich darüber sprechen, ob ein Ergebnis für ein konkretes sportliches oder medizinisches Anliegen hilfreich ist.

Ein besonders wichtiger aktueller Hinweis stammt aus dem ERS-Fachstandard zu Spiroergometrie-Referenzwerten vom Juni 2026. Die Arbeitsgruppe konnte aus den zusammengetragenen Daten wegen erheblicher Unterschiede zwischen Untersuchungsorten und Methoden keine verlässlichen globalen Referenzbereiche entwickeln. Das macht vorhandene Studien nicht wertlos, spricht aber gegen eine einzige universell gültige Internettabelle.

Weshalb Laufband, Fahrrad und Sportuhr getrennt betrachtet werden müssen

Ein auf dem Fahrradergometer erhobener Wert gehört zu einem Fahrradtest. Der Vergleich mit einer Laufbandtabelle kann die Einordnung verschieben. Schon eine deutsche Registerstudie von Rapp und Mitautoren aus dem Jahr 2018 betont, dass das verwendete Ergometer beim Vergleich übereinstimmen sollte. Die Untersuchung des Prevention-First-Registers zeigt zudem, dass die Auswahl der Teilnehmenden wichtig ist: Freiwillige aus Vorsorgeuntersuchungen bilden nicht automatisch die gesamte Bevölkerung ab.

Das gilt auch für den Vergleich zweier Veröffentlichungen. Eine neuere Tabelle ist nicht allein deshalb für jede Untersuchung besser geeignet. Entscheidend bleiben die untersuchte Gruppe, die Belastungsart und die technische Durchführung. Der Laborbefund sollte erkennen lassen, auf welche Referenzgleichung sich eine Einordnung bezieht. Eine bunte App-Kategorie ohne Quellenangabe bietet diese Nachvollziehbarkeit häufig nicht.

Geschätzte Werte sind keine Atemgasmessung

Eine Uhr führt keine vollständige Spiroergometrie am Handgelenk durch. Sie berechnet einen Schätzwert aus verfügbaren Sensordaten und hinterlegten Angaben. Ein konkretes Beispiel ist die Apple Watch: Laut Herstellerbeschreibung vom 16. September 2026 nutzt ihre Cardiofitness-Schätzung unter anderem Herz- und Bewegungssensoren bei bestimmten Outdoor-Aktivitäten sowie persönliche Angaben. Der Hersteller weist auch darauf hin, dass Zustände oder Medikamente, die die Herzfrequenz begrenzen, eine Überschätzung verursachen können. Diese Beschreibung gilt für das genannte System und lässt sich nicht unverändert auf jede Sportuhr übertragen.

Zwei Personen mit Handtüchern um die Schultern bedienen ihre Sportuhren im Freien.
Sportuhren liefern je nach Gerät unterschiedliche Trainingsdaten und Schätzungen; Symbolfoto, keine dargestellte VO2max-Messung. Foto: Ketut Subiyanto / Pexels.

Eine VO2max-Tabelle nach Alter kann einen Uhrenschätzwert deshalb allenfalls grob veranschaulichen. Für einen sauberen Verlauf ist zunächst sinnvoll, dieselbe Datenquelle beizubehalten und Änderungen an Profilangaben oder Gerätesoftware mit zu notieren. Das macht eine Schätzung nicht zu einem Laborwert, verhindert aber, dass unterschiedlich entstandene Zahlen unbemerkt zu einer scheinbar einheitlichen Messreihe zusammengefügt werden.

Bei einer auffälligen Anzeige lautet die sachliche Frage nicht sofort, welche Krankheit dahintersteckt. Zuerst muss klar sein, was das Gerät tatsächlich berechnet hat. Ein ärztliches Gespräch kann die Anzeige mit Beschwerden, Trainingsverlauf und bekannten Erkrankungen zusammenführen. Medikamente dürfen zur Verbesserung eines Uhrenwerts weder eigenständig abgesetzt noch verändert werden.

Wie ein Laborbefund sinnvoll gelesen wird

Für eine Einordnung gehören der Zahlenwert, seine Einheit und die Belastungsart zusammen. Außerdem ist wichtig, ob tatsächlich Atemgase untersucht wurden oder ob das Ergebnis aus einer anderen Größe hochgerechnet ist. Die American Heart Association beschreibt die Spiroergometrie als Referenzverfahren zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit und grenzt sie von weniger präzisen Schätzverfahren ab. Ihr wissenschaftliches Statement zur kardiorespiratorischen Fitness ordnet den Wert als gesundheitlichen Marker ein, nicht als alleinige Diagnose.

Die praktische Besprechung eines Befunds sollte verständlich machen, welche Fragestellung untersucht wurde. Eine sportliche Leistungsdiagnostik verfolgt nicht zwangsläufig dasselbe Ziel wie die Abklärung unklarer Belastungsbeschwerden. Auch ein beendeter Test ist nicht automatisch ein in jeder Hinsicht ausgeschöpfter Maximaltest. Im Befund kann daher der Grund des Untersuchungsendes für die Interpretation wichtig sein.

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Ein Beispiel für eine nachvollziehbare Dokumentation

Ein hypothetischer Eintrag „VO2peak 32 ml/kg/min, Fahrradergometer, Atemgasanalyse“ enthält bereits wesentlich mehr Information als „Fitness 32“. Noch hilfreicher sind Untersuchungsdatum, Körpergewicht, verwendete Vergleichsgrundlage und der schriftliche ärztliche Befund. Für eine spätere Kontrolle lässt sich dann erkennen, ob tatsächlich vergleichbare Untersuchungen vorliegen. Persönliche Gesundheitsdaten müssen dafür nicht in öffentlich sichtbaren Trainingsprofilen abgelegt werden.

Fehlt die Angabe zum Messverfahren, sollte eine Zahl nicht durch die Auswahl irgendeiner Tabelle künstlich präzise gemacht werden. Ein weiterer Dezimalwert ersetzt keine fehlende Herkunft. Gerade wenn mehrere Geräte unterschiedliche Ergebnisse liefern, ist die transparente Beschreibung der Messung hilfreicher als die Suche nach der angenehmsten Bewertungskategorie.

Ausdauer verbessern, ohne einer einzelnen Zahl hinterherzutrainieren

Ein Training muss nicht auf das Erreichen eines bestimmten Tabellenrangs ausgerichtet sein, um gesundheitlich sinnvoll zu sein. Die WHO-Information zu körperlicher Aktivität, Stand 26. Juni 2024 betont, dass Bewegung auch außerhalb organisierten Sports zählt und jede zusätzliche Aktivität gegenüber Bewegungsmangel hilfreich sein kann. Ein dauerhaft umsetzbarer Alltag ist daher ein eigenständiges Ziel, selbst wenn eine Uhr nicht täglich einen Fortschritt meldet.

Für Erwachsene nennt die WHO-Leitlinie von 2020 zu Bewegung und sitzendem Verhalten wöchentlich 150 bis 300 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität oder 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität beziehungsweise eine entsprechende Kombination. Muskelkräftigende Aktivität an mindestens zwei Tagen ergänzt die Ausdauerbewegung. Diese allgemeinen Empfehlungen sind keine Garantie für eine bestimmte VO2max-Steigerung und kein individueller Plan bei Erkrankungen.

Die passende Anstrengung ist wichtiger als ein starres Tempo

Die gleiche Gehgeschwindigkeit kann für zwei Menschen unterschiedlich anstrengend sein. Als einfache Orientierung beschreibt die US-Gesundheitsbehörde CDC, aktualisiert am 4. Dezember 2025, den Sprechtest: Bei mittlerer relativer Intensität ist Sprechen noch möglich, Singen meist nicht mehr. Bei hoher Intensität gelingen nur wenige Wörter ohne Atempause. Das ist eine alltagsnahe Orientierung und keine medizinische Untersuchung.

Als Bewegungsform lässt sich etwa regelmäßiges zügiges Gehen in einen bestehenden Alltag integrieren. Der ergänzende Beitrag über Walken und den Einstieg ins Gehtraining behandelt diese Trainingsform. Die hier genannten behördlichen Empfehlungen bleiben die Grundlage für die gesundheitliche Einordnung; eine allgemeine Trainingsanregung ersetzt keine Abklärung bei Beschwerden.

Ein praktikables Ziel kann zunächst sein, verlässlich Zeit für Bewegung freizuhalten und die tatsächlich durchgeführten Einheiten zu dokumentieren. Ein Kalender mit Datum, Bewegungsart und empfundenem Aufwand beantwortet andere Fragen als eine Fitnesszahl: Hat das geplante Training stattgefunden? Passt es in den Alltag? Bleibt genügend Raum für Erholung? Diese Fragen helfen bei der Organisation, ohne einen Laborwert zu versprechen.

Ein ausgewogenes Bewegungsprogramm sollte nicht allein von der Ausdauerkennzahl gesteuert werden. Weitere Anregungen bietet der Beitrag über Grundlagen und Technik beim Krafttraining. Für die altersgerechte Gestaltung ergänzt der Überblick zu Sport ab 50 das Themenfeld. Ein persönliches Ziel kann bessere Alltagstauglichkeit sein, ohne den Vergleich mit Gleichaltrigen zum ständigen Wettbewerb zu machen.

Wann Beschwerden wichtiger sind als der Fitnesswert

Ein neu aufgetretener deutlicher Leistungsabfall, ungewöhnliche Luftnot bei geringer Belastung, wiederkehrender Schwindel oder Herzrasen sollten medizinisch eingeordnet werden. Ein unauffälliger Tabellenplatz oder eine hohe Uhrenschätzung sind kein Grund, solche Beschwerden zu übergehen. Für die Entscheidung über intensives Training sind insbesondere vorhandene Erkrankungen und Belastungssymptome relevant. Das erläutert eine Fachübersicht zur gesundheitlichen Abklärung vor Trainingsbeginn, die das Vorgehen nach den ACSM-Empfehlungen beschreibt.

Starker oder anhaltender Druck beziehungsweise Schmerz in der Brust, schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Beschwerden mit kaltem Schweiß können einen akuten Notfall anzeigen. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ist sofort der Notruf 112 erforderlich. Eine Kontrolle der Sportuhr darf den Notruf nicht verzögern. Das IQWiG erläutert diese Warnzeichen und das notwendige rasche Handeln im Beitrag Anzeichen eines Herzinfarkts. Eine isolierte niedrige Uhrenanzeige ohne Beschwerden ist dagegen nicht mit einem solchen Notfall gleichzusetzen.

Häufige Fragen

Die häufigsten Unklarheiten betreffen die richtige Vergleichsgruppe, die Aussagekraft einer Sportuhr und den Umgang mit Veränderungen. Die folgenden Antworten fassen diese Fragen knapp zusammen.

Welcher VO2max-Wert ist mit 50 oder 60 Jahren gut?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es dafür nicht. Aussagekräftig ist zunächst der Vergleich mit einer passenden Referenzgruppe und demselben Messverfahren. Die Tabelle oben zeigt mittlere Rangwerte und keine medizinischen Zielgrenzen. Ein konkreter Laborbefund sollte zusammen mit der Untersuchung, Beschwerden und dem Anlass des Tests besprochen werden.

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Ist ein Wert unter dem Median gefährlich?

Unterhalb des Medians zu liegen bedeutet zunächst nur, unterhalb des mittleren Rangplatzes der jeweiligen Vergleichsgruppe zu liegen. Das allein ist keine Diagnose. Dringlichkeit entsteht durch Beschwerden oder andere medizinische Befunde, nicht durch die bloße Position in einer Internettabelle. Eine niedrige Uhrenschätzung ist zudem nicht dasselbe wie ein auffälliger Laborbefund.

Kann die Sportuhr eine Spiroergometrie ersetzen?

Für eine medizinische Abklärung ersetzt eine Uhrenschätzung keine Spiroergometrie. Die Verfahren erfassen nicht dasselbe: Im Labor werden unter kontrollierter Belastung Atemgase und weitere Messgrößen untersucht. Die Uhr schätzt anhand ihrer verfügbaren Daten. Welche Aussage eine bestimmte Anzeige erlaubt, hängt auch vom Gerät und dessen dokumentierter Funktion ab.

Warum ergeben Fahrrad und Laufband unterschiedliche Werte?

Die Belastungsformen sind nicht identisch. Referenzstudien unterscheiden deshalb zwischen den verwendeten Geräten. Ein Fahrradwert sollte mit Fahrradreferenzen und ein Laufbandwert mit Laufbandreferenzen verglichen werden. Ein rechnerischer Aufschlag nach einer pauschalen Internetformel macht aus einer Fahrraduntersuchung keinen tatsächlich gemessenen Laufbandbefund.

Wie schnell lässt sich die VO2max verbessern?

Eine feste Frist oder ein garantierter Zuwachs wäre unseriös. Für die praktische Planung sind ein durchführbares Bewegungsprogramm und vergleichbar dokumentierte Verlaufsmessungen hilfreicher als ein Versprechen für die nächste Woche. Einzelne Tagesanzeigen sollten nicht zur ständigen Verschärfung des Trainings führen. Bei Beschwerden muss zuerst deren Ursache geklärt werden.

Muss ein gesunder Freizeitsportler den Wert regelmäßig messen lassen?

Aus der Existenz einer Referenztabelle folgt keine Pflicht zu regelmäßigen Leistungstests. Vor einer Untersuchung sollte klar sein, welche Frage sie beantworten soll und wie das Ergebnis verwendet wird. Für den gesundheitlich sinnvollen Bewegungsalltag ist kein täglich kontrollierter VO2max-Wert Voraussetzung. Bei unklaren Belastungsbeschwerden ist die medizinische Fragestellung wichtiger als der sportliche Vergleich.

Fazit: Eine Orientierungshilfe braucht einen nachvollziehbaren Rahmen

Eine VO2max-Tabelle ist dann hilfreich, wenn ihre Herkunft offenliegt und die Vergleichsbedingungen passen. Die veröffentlichten FRIEND-Werte liefern eine verständliche Orientierung für direkt gemessene Laufbandergebnisse. Sie sind weder eine universelle deutsche Norm noch ein Ersatz für die medizinische Beurteilung. Der aktuelle ERS-Fachstandard unterstreicht, weshalb Unterschiede zwischen Untersuchungsmethoden bei der Bewertung nicht übergangen werden dürfen.

Für einen verlässlichen Umgang mit der Kennzahl müssen drei Fragen beantwortet sein: Woher stammt die Zahl, in welcher Einheit steht sie und mit welcher Gruppe wird sie verglichen? Bleibt eine dieser Fragen offen, ist Zurückhaltung besser als eine scheinbar exakte Fitnessnote. Ein transparenter Befund mit passender Vergleichsgrundlage ist nützlicher als ein isoliertes Etikett wie „unterdurchschnittlich“ oder „ausgezeichnet“.

Im Alltag lohnt ein weiter Blick auf Bewegung. Regelmäßige, passende Aktivität, ein umsetzbarer Rhythmus und Aufmerksamkeit für Beschwerden sind sinnvoller als die Jagd nach jeder zusätzlichen Nachkommastelle. Eine Sportuhr kann dabei Daten bereitstellen, aber keine medizinische Entwarnung geben. Neue Belastungsbeschwerden gehören abgeklärt; bei akuten Warnzeichen ist rasche Hilfe notwendig. Die Tabelle bleibt ein Werkzeug zur Einordnung und kein Urteil über den Wert oder die Gesundheit eines Menschen.

Quellenstand und Bildnachweise

Redaktioneller Recherche- und Prüfstand: 19. Oktober 2026. Die medizinischen Quellen sind an den betreffenden Aussagen verlinkt. Die Alterstabelle beruht auf Tabelle 3 der FRIEND-Originalpublikation von 2022; sie wurde als Auszug neu gesetzt. Der ERS-Fachstandard ist am 12. Juni 2026 erschienen. Die WHO-Bewegungsempfehlungen stammen aus der Leitlinie von 2020; die WHO-Informationsseite vom 26. Juni 2024 verweist weiterhin darauf. Ältere Registerarbeiten und Fachstatements werden mit ihrem tatsächlichen Veröffentlichungsjahr verwendet, nicht als neu erschienene Leitlinien ausgegeben. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information; eine individuelle Diagnose oder Behandlung sowie eine ärztliche Fachprüfung des Artikels werden damit nicht behauptet.

Beitragsbild: Foto von Ihsan Adityawarman auf Pexels. Artikelbild mit Sportuhren: Foto von Ketut Subiyanto auf Pexels. Beide Fotos werden gemäß Pexels-Lizenz verwendet; Lizenzprüfung am 19. Oktober 2026. Größenanpassung und WebP-Konvertierung. Es handelt sich um Symbolfotos, nicht um medizinische Befunde oder um eine Empfehlung des Beitrags durch die abgebildeten Personen.

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